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Tomorrow belongs to those who can hear it coming
Thema: Neue Eno-CD (499-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Neue Eno-CD



Zitat
http://www.longnow.org/store/BellsCD.htm[/url]"]This record has grown out of the Long Now Foundation's project - the Clock of the Long Now. This is an idea to create a working clock which will mark time for ten thousand years - not really because we need more clocks in the world, but because we need more encouragement to start contemplating the possibility of a distant human future. The Clock of the Long Now is an icon to long-term thinking.

When we started thinking about The Clock, we naturally wondered what kind of sound it could make to announce the passage of time. I had nurtured an interest in bells for many years, and this seemed like a good alibi for taking it a bit deeper.

I began reading about bells, discovering the physics of their sounds, and became interested in thinking about what other sorts of bells might exist. My speculations quickly took me out of the bounds of current physical and material possibilities, but I considered some licence allowable since the project was conceived in a time scale of thousands of years, and I might therefore imagine bells with quite different physical properties from those we now know. And as I started trying to make bell sounds with my synthesizers, I got diverted by some of the more attractive failures.

-- Brian Eno

All profits from the sale of this record will be donated to the Long Now Foundation. The first prototype of the Clock is working and on permanent display at the Science Museum in London. This CD has fifteen tracks and a total playing time of 75 mins 43 seconds.


Hat schon jemand reingehört?

Neugierige Neujahrs-Grüße

* beate *

Neue Eno-CD

Antwort #1
oh, das is aber interessant... gerade sag ich noch zu nem Freund, "der eno hat aber schonlange nix mehr rausgebracht".... 
...werde ich mir wohl  demnächst mal antun...
(mhmm...soweit ich das verstehe, wohl eher was minimalistisches... )

gruß, Z 

PS: HA! ein Lebenszeichen von Beate!

Re: Neue Eno-CD

Antwort #2
Zitat

Neugierige Neujahrs-Grüße

* beate *

Ja wo warst Du denn?

alles Gute und lg
michi

Berliner Zeitung: Bim Bam, Bimmelanalyse

Antwort #3
Zitat
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/303295.html[/url]"][size=0px]Bim Bam, Bimmelanalyse[/size]
Brian Enos neue Platte verbessert die Welt nicht, ist aber auf jeden Fall schön


[size=0px]Johannes von Weizsäcker[/size]

In der Vorweihnachtssaison unterwerfen wir uns bekanntlich mehr als zu irgendeiner anderen Zeit im Jahr dem Diktat von Hektik und gegenwartsbezogenem Materialismus. Dies tun wir, um ideale Vorraussetzungen für ein besinnliches Miteinander beim Fest der Liebe zu schaffen. Wir kaufen sehr viel ein, denn inmitten möglichst vieler so genannter Konsumgüter lässt sich das Miteinander am besten, das heißt unter Wahrung größtmöglicher Besinnlichkeit, aushalten. Gleichzeitig aber beanstanden wir den Stress, den diese Zwänge der Konsumgesellschaft verursachen. So ist es Brauch.
Um uns festtagsgerecht zu verhalten, brauchten wir in diesem Jahr weder im Kaufrausch durch überfüllte Fußgängerzonen zu hetzen noch abgestandene gesellschaftskritische Phrasen dazu zu dreschen. Stattdessen mussten wir uns bloß im Internet das neue Album von Brian Eno bestellen. Diese CD ist so teuer (16 britische Pfund), dass sie als schimpfliches Konsumgut durchgehen kann, ihr Inhalt indes liefert die Kritik an unserer Zeit gleich mit - jedenfalls, wenn man Enos Begleitnotizen glaubt. Darüber hinaus klingt sie weihnachtlich: Auf ihr ist ausschließlich Glockengeläute zu hören.

Seinen Ursprung hatte das Projekt bei der etwas schwülstig benannten Long Now Foundation. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Künstlern und Wissenschaftlern, die - von einem in den letzten Jahren vermehrt bei Kunstprojekten vorzufindenden Ewigkeitsfieber befallen - der in der westlichen Welt vorherrschenden Schnelllebigkeit und mangelnden Weitsicht ein länger gefassten Zukunftsdenken entgegensetzen möchten. Als Denkmal für dieses Konzept wurde von den Gruppenmitgliedern eine Uhr geplant, die 10 000 Jahre lang gehen wird. Diese soll wahrscheinlich in der Wüste von Arizona aufgestellt werden. Die zehn Millennia währende Beschallung der Installation wurde Brian Eno überantwortet.

Eno begann seine Musikkarriere in den frühen siebziger Jahren als kauziger Geräuschtüftler in der Popgruppe Roxy Music. Wirklich bekannt aber wurde er als Miterfinder der Ambient-Musik und durch seine Arbeit als Produzent von David Bowie, Talking Heads und U2, deren Werken er eine grandiose, sphärische Kälte verlieh. Nach eigener Aussage hat er sich in letzter Zeit verstärkt mit dem Klang von Kirchenglocken befasst und befand diesen Klang als passend für die langlebige Wüstenuhr. Einige Skizzen stellt er auf dem Album "January 07003/ Bell Studies for the Clock of the Long Now" vor.

Was nun auf "January 07003/ Bell Studies." in verschiedensten Timbres bimmelt, sind elektronische Emulationen von Glocken. Eno hat seine Synthesizer mühsam so manipuliert, dass sie glockenhafte Wellenformen und Obertonreihen von sich geben. Das Ergebnis erinnert oft an den behutsamen Klang von Haustürklingeln. Das liegt wohl daran, dass Eno im Rahmen der Long Now-Uhr versucht hat, sich die Glocken der Zukunft vorzustellen. An einigen Stellen hört man allerdings auch Imitationen von bereits existierenden Kirchenglocken. Diese sind dann in Herkunftsländer eingeteilt: Litauen (helles Klötern), Deutschland (krudes Bim Bam), Großbritannien (etwas weniger krudes Bim Bam).

Selbst mit Begleittext regt "January 07003/ Bell Studies." uns nicht gerade zu ernsthaftem Nachdenken über die Schnelllebigkeit unserer Zeit, sondern eher zum Schmunzeln an. Ohne ihren Begleittext eignet sich die vornehme Sonorität dieser Platte aber immer noch weit besser zur Untermalung gedankenlosen Konsumverhaltens am Gabentisch als etwa eine Knabenchor-Aufnahme von "Süßer die Glocken nie klingen".


Und ...? Hat nun schon einer reingehört in das Gebimmel??

Die Music for Airports haben sie ja mal am Flughafen Tegel gespielt ... ob sie die  Bell Studies jetzt irgendwann in einer Kirche bringen ...?

Keep swinging

* beate *

 
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