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Thema: Angels in America (1733-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Angels in America

Ab Freitag, 13 05 - 21:40 Uhr ARD

Tony Kushners mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Bühnenstück "Angels in America" gilt zahlreichen Kritikern als eines  der bedeutendsten Theaterstücke des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Kushner zieht darin eine bittere Bilanz des Amerikas der achtziger Jahre: Das Jahrzehnt der Reagan-Ära und des Aufkommens der Immunschwäche-Krankheit Aids.

Trotz der enormen Popularität des Theaterstücks dauerte es Jahre, bis sich ein Produzent für die Verfilmung des Stoffs fand. Erst im Jahr 2003 wurde es als Fernseh-Mehrteiler mit einer Gesamtdauer von sechs Stunden vom amerikanischen Privatsender HBO produziert. Der von Altmeister Mike Nichols ("Die Reifeprüfung", "Hautnah") inszenierte Film entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Produktionen der amerikanischen Fernsehgeschichte. Stab und Besetzung wurde mit Preisen vom Emmy (insgesamt 11 Emmys in mehreren Kategorien) bis zum Golden Globe (insgesamt 5) geradezu überhäuft.


New York, Mitte der 80er Jahre. Die Immunschwäche-Krankheit Aids breitet sich immer weiter aus, gilt jedoch auf Grund der Politik der Reagan-Regierung noch immer als reine "Homosexuellen-" oder "Junkie-Krankheit". Auch der 30-jährige Prior (Justin Kirk) hat sich mit HIV infiziert. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechtert, wird er von seinem Freund Louis (Ben Shenkman), der seine Homosexualität vor seiner jüdischen Familie geheim hält, verlassen. Der einzige Freund, der Prior bleibt, ist der weise, ebenfalls schwule Krankenpfleger Belize (Jeffrey Wright). Zur gleichen Zeit erfährt der einflussreiche, ultrakonservative Anwalt Roy Cohn (Al Pacino), dass er Aids hat. Doch Cohn, der aus Karrieregründen nicht offen zu seiner Homosexualität steht, verheimlicht die Krankheit - bis er nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus kommt, wo er ebenfalls von dem Afroamerikaner Belize betreut wird. Cohns Assistent, der streng gläubige Mormone Joe (Patrick Wilson), verliebt sich unterdessen in Louis und beschließt, endlich zu seiner verdrängten Homosexualität zu stehen und seine Frau (Mary-Louise Parker) nach Jahren einer zermürbenden Ehe zu verlassen.
Sowohl Prior, als auch Cohn werden im Verlauf ihrer Krankheit zusehends von Visionen heimgesucht: Cohn erscheint der Geist der berühmten Spionin Ethel Rosenberg (Meryl Streep), die er einst auf den elektrischen Stuhl brachte, und die nun voller Spott seinen schleichenden Tod beobachtet; Prior erhält "Besuch" von zwei Vorfahren, die ihm die Ankunft eines Engels ankündigen. Als dieser Engel (Emma Thompson) schließlich erscheint, erfährt Prior, dass er als Prophet auserkoren wurde, um die Menschheit aus ihrer Misere zu führen. Die Einzige, die seine Geschichte glaubt, ist Joes gläubige Mutter Hannah (Meryl Streep), die er durch Zufall kennen lernt, und die eigentlich nach New York gekommen war, um die Ehe ihres "verdrehten" Sohnes zu retten. Schließlich steigt Prior auf einer Leiter in den Himmel, wo er erfährt, dass Gott sich von den Menschen abgewendet hat. Trotzdem ist er nicht bereit, sein bisheriges Leben aufzugeben, um als Gottes "Stellvertreter" die Rolle eines modernen Propheten zu spielen. Zurück auf der Erde verbessert sich sein Gesundheitszustand dank eines neuartigen Medikaments, das Belize dem verstorbenen Cohn gestohlen hat. Am Ende sehen die alten und neuen Freunde Prior, Belize, Louis und Hannah als Vertreter unterschiedlicher Ethnien, Glaubensrichtungen und sexueller Orientierungen voller Zuversicht einer besseren Zukunft entgegen.
Mit "Angels in America" ist Meisterregisseur Mike Nichols ("Hautnah") eine brillante Verfilmung des gleichnamigen, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Theaterstücks von Tony Kushner gelungen. Auf ebenso intellektuelle wie unterhaltsame Weise reflektiert der Film Themen wie Krankheit, Trauer, Sexualität, verlogene Politik, Gerechtigkeit und Bigotterie. Die Hauptrollen in dem vielfach preisgekrönten, von der Kritik hoch gelobten Sechsteiler spielen Justin Kirk (demnächst in "Mission: Impossible III), Meryl Streep ("The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit"), Al Pacino ("Insomnia - Schlaflos"), Jeffrey Wright ("Der Manchurian Kandidat"), Emma Thompson ("Harry Potter und der Gefangene von Azkaban") und Ben Shenkman.

offizielle Seite: Angels in America Seite
ARD Seite: Engel in Amerika
Trailer

Angels in America

Antwort #1
Kommt der erst ins Kino bei uns oder DVD, oder wie??

Aber hört sich seeeeeht gut an, wär mal wieder ein Grund sich ins Cinplexx zu schleichn!

Bist a brava!!

j.

Angels in America

Antwort #2
Zitat
Kommt der erst ins Kino bei uns oder DVD, oder wie??


Wenn ich um ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit bitten dürfte!

Zitat: Ab Freitag, 13 05 - 21:40 Uhr ARD

Angels in America

Antwort #3
Zitat
Zitat
Kommt der erst ins Kino bei uns oder DVD, oder wie??


Wenn ich um ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit bitten dürfte!

Zitat: Ab Freitag, 13 05 - 21:40 Uhr ARD


Jo viiielleicht!!!!!

Der Hund geht ma au!
Na , i werd man eh einiziagn, des brauch i, und nächste Wochn foa i a ganzes Monat auf Kur, me des wird a traum!

j.

Angels in America

Antwort #4
Ich habe vor einigen Jahren das Theaterstück in unserer Stadt gesehen und war ziemlich begeistert. Daher will ich die Verfilmung auch nicht verpassen (zumal bei der beeindruckenden Besetzung).

Angels in America

Antwort #5
Hab die DVD seit knapp einem Jahr. Lohnt sich wirklich !!!

Angels in America

Antwort #6
danke Wolff  8)
ohne deinen Fingerzeig darauf hätte ich das sicher nie angesehen.

Auf weitere Teile gespannt ...
d.

Angels in America

Antwort #7
alles gesehen...alles getaped  :-)

verwirrend und doch sehr eindrucksvoll
faszinierende Bilder, Sets, Einstellungen und Protagonisten...
dies sollte besser ein Movie sein und keine Miniserie!!

-leider wird AIDS heute kaum mehr wirklich wahrgenommen- :?

Angels in America

Antwort #8
ich kann mich nicht entscheiden obs genial oder abgrundtief miserabel war.

ich hab den ersten teil nicht gesehen... in vitro war dann der einstieg... und was für ein einstieg... eine stunde voller verzweiflung, trauer, schwärze, schicksale und doch alles so unprätentiös und menschlich nahe gebracht. dieser teil für sich allein ist ein meisterwerk.... die nachfolgenden teile fand ich zu kitschig, zu pompös... allerdings muss ich betonen, wie schwer beeindruckt ich von al pacinos schauspiel bin. ich hätte mir nie vorstellen können, dass er auf dieser ebene spielen kann, für mich ist es wahrscheinlich seine dichteste und beste arbeit bisher.
ich konnte mit den ganzen engels metaphern nicht besonders viel anfangen, mir war es leider um ein paar stufen zu plakativ... ich fands noch gut als prior am ende von in vitro im bett lag und nur die stimme hörte... das hat noch atmosphäre gemacht... aber der engel an sich...

ich bin ein wenig zwiegespalten... ich ziehe da gewisse parallelen zum musikalischen werk von rufus wainwright (ja ich gebe zu, die bridge ist etwas wackelig) mit einem neu aufkeimenden romantizismus, an den ich mich bei rufus schon gewöhnt, und in den ich mich schon ein wenig verliebt habe. filmisch jedoch, bin ich vielleicht noch nicht so weit - ich weiss es nicht... auf jeden fall wars sehenswert... danke für den tip.

Angels in America

Antwort #9
addition:

ich liebe es, wenn prior in den schwarzen gewändern auftaucht, und wirklich wie ein prophet aus alter zeit wirkt. das ist schönes produktionsdesign  :-D

Angels in America

Antwort #10
ja
es ist schwer hier alles zu mögen...alles zu verinnerlichen...Al Pacino war klasse...da stimme ich zu
der Engel ne Idee zu überzogen ... richtig :ja:
Aber!
Die Bilder die der Film (sorry die Miniserie) erzeugt bleiben im Kopf...
lange!
Und man wird fast "gezwungen" der Story mit aller Gewalt irgendwie folgen zu müssen, die Bilder-und Szenenwechsel zu begreifen.

 genau das finde ich heute nur noch sehr selten...bei all der flüchtigen Medienkost die es so gibt.

Angels in America

Antwort #11
Hatte - wie schon oben erwähnt - das Stück 1996 in Saarbrücken im Theater gesehen und war damals sehr beeindruckt und gleichzeitig befremdet wegen der Engelssymbolik. Die Verfilmung hat mir gut gefallen, auf jeden Fall bekommt man so etwas heute nur noch selten im TV geliefert. Neun Jahre später fand ich die Engel auch weniger befremdlich als damals - ich habe nocheinmal das Programmheft der damaligen Vorstellung hervorgekramt: Der Autor Tony Kushner verwendet natürlich sehr viele Anspielungen - zeitgeschichtlich und religiös:

Z.B. aus der "Offenbarung des Johannes" (ich zitiere hier eine Stelle aus meinem Programm):

Zitat
1Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte aden Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 2Und er ergriff den bDrachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre, 3und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muß er losgelassen werden eine kleine Zeit.

4Und ich sah aThrone, und sie setzten sich darauf, und bihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre. 5cDie andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 6Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

7Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis 8und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, aGog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. 9Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. 10Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, bwo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.  (...)

1Und ich sah aeinen neuen Himmel und eine neue Erde; denn bder erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2Und ich sah die heilige Stadt, cdas neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet dwie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und eer wird bei ihnen wohnen, und fsie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4und gGott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, hnoch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

 
Die Jahrtausendwende wird als Apokalypse gedeutet, AIDS als Seuche des Weltenendes - (und die Rechten um Reagan als der Teufel??): Roy Cohn (Al Pacino) ist ja eine authentische Figur. Er war bereits mit 24 oder 25 Jahren Staatsanwalt (!) und eng mit McCarthy verbandelt und hat tatsächlich ganz entscheidenden Einfluss auf die Hinrichtung von Ethel Rosenberg gehabt. Ich kann natürlich jetzt nicht alles niederschreiben, aber man darf ja auch frei interpretieren, wie früher im Deutsch-Lk
 :-D

Angels in America

Antwort #12
Hab den ersten Teil beim rumzappen gefunden und mir auch die anderen gegönnt. Kommt leider nur selten so was gutes im Fernsehen.
Is nen echt guter Film!

Angels in America

Antwort #13
Als es im TV lief habe ich es natürlich verpasst, also habe ich mir selbst die DVD zu Weihnachten geschenkt.

Wow! Das ist wirklich grandios! Selten so etwas packendes gesehen. Und für alle Emotionen etwas dabei in den 6 Stunden. Viel zum Lachen, aber auch weinen.

Werde ich mir bestimmt ein paar Mal ansehen müssen. Es passiert einfach so viel, das bekommt man ja gar nicht alles mit. Und ist Al Pacino nicht phänomenal?!

Angels in America

Antwort #14
Hab den Thread erst heute entdeckt...

Ich hatte mir alle Teile auf Video aufgenommen, um sie dann in Ruhe ansehen zu können.
Und ich muss sagen, ich war wirklich außerordentlich beeindruckt!

Sicher, einiges war nicht einfach zu verstehen und wahrscheinlich interpretiert jeder es etwas anders. Z.B. eben der Engel, das Paradies usw.
Aber insgesamt war es ein sehr anrührender Film mit einer sehr guten Story und einfach tollen Schauspielern.
Besonders beeindruckt haben mich die verschiedenen Rollen, die jeder zu spielen hatte.

Aurora

 
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