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Tomorrow belongs to those who can hear it coming
Thema: Zick kulurell (588-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Zick kulurell

Gestern war ich im Theater....und da muß ich doch mal was loswerden...
"Atta Atta" hieß das Stück von Christoph Schlingensief, der dann auch fast zwei Stunden lang auf der Bühne der Berliner Volksbühne höchstselbst und zeitweise fast nackich sich verausgabte...
 
Huh... also, wie war's denn so? Erstmal nicht unlustig.... stellenweise gelacht. Da flog ein Schwein vom Himmel, Menschen rutschen auf Farbe aus und fielen auf den Arsch (hähä) und ein toter Hase wurde gekreuzigt, Beuys und Nitsch und eigentlich die gesamte etablierte Kunstszene wurden nach Kräften durch den Kakao gezogen, genauso wie die nicht-etablierten Prenzlauer-Berg-Hinterhof-Künstler, die Kirche, der Islam, das deutsche Spießertum zu Hause in Eichenholz und im Jogginanzug auf dem Campingplatz....ein  munterer Rundumschlag auf alles, was irgendjemandem heilig sein kann.. auch ein kleiner Kommentar zum aktuellen Columbia-Absturz durfe nicht fehlen...
Und das alles, während über allem die stete Kriegsgefahr schwebt

.... Und was bleibt?
Kunst und Politik am Anfang des 21. Jhd. Sind irgendwie am Arsch, so das Fazit des Stückes...Ratlosigkeit überall.
Warum ich das hier poste? Vielleicht weil ich finde, es hat auch was mit der Geisteshaltung  in Bowies "heathen" zu tun....
Was kommt? Was kann jetzt kommen? Kulturell, religiös, Politisch?
Hoffentlich nix schlimmes..., was?

Gruß, Z.

Zick kulurell

Antwort #1
kulurell *lol*

Gab´s auch Alkohol bei dem Stück :?:  :wink:

Hört sich nach einem ziemlich abgedrehten Stück an.
Und der Bezug zu Heathen. Ich sag nur: "nothing has changed, everything has changend"
That´s it  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:  :!:

"born in truth, it´s the beginning of nothing"
Jaaaa, genau, was soll man da noch interpretieren?

Und, das der Sailor hellseherische Fähigkeiten haben muß, hat er ja nun bewiesen (11.September)

Aber, ich glaube nicht, das die Kunst "am Arsch" ist.
Meistens ist es doch so, das in Krisenzeiten, wie wir sie im Moment haben, neue Kunstformen geboren werden, oder? Und außerdem kann der Künstler seine Kunst immer als parzifistische Anarchie nutzen und alles anprangern, ohne selber an den Pranger gestellt zu werden. Wenn die Kritik zu extrem war, kann er ja immer noch sagen, es war doch bloß Kunst .
Jaaaa, hoffen wir, das die Kunst aus dem Untergrund wieder auflebt. Und hoffen wir noch mehr, das diese Kunst dann auch etwas bewegt.

Greetings,

Lady of the lake

Zick kulurell

Antwort #2
Zitat
Christoph Schlingensief, der dann auch fast zwei Stunden lang auf der Bühne der Berliner Volksbühne höchstselbst und zeitweise fast nackich sich verausgabte...

Mensch, da kann man ja glatt neidisch werden, Zick!
Da find ich armes Provinzkind es schon immer toll, den mal im Fernsehen zu sehen und bei euch in  Berlin gibt's ihn höchstpersönlich auf der Bühne - sozusagen direkt zum anfassen.

Zitat
Da flog ein Schwein vom Himmel, Menschen rutschen auf Farbe aus und fielen
auf den Arsch (hähä) und ein toter Hase wurde gekreuzigt

...und...
Zitat
Hört sich nach einem ziemlich abgedrehten Stück an.

Ich gehe ja meistens nur hier in Kassel oder Göttingen ins Theater, da aber um so regelmäßiger. Ich weiß gar nicht, was im Moment mit diesen völlig überdrehten Stücken bezweckt werden soll. Bei Schlingensief hat das Ganze ja wenigstens noch Hintergedanken - er will schließlich schockieren, provozieren und polarisieren und das tut er mit Witz und Esprit. Hier in Kassel aber z.B. wird der "Faust" inszeniert, indem man ein paar Eisenstangen auf die Bühne hängt, einen fetten Bierbauchträger mit Sonnenbrille und Coladose den ersten Studienzimmer-Monolog murmeln lässt und dazu ein paar nackte, in Frischhaltefolie gehüllte "Gretchens" immer wieder vorbei gehen lässt. Wenn man sich so was für irgendein modernes Stück einfallen lässt - meinetwegen, ist ja künstlerische Freiheit, aber im Faust? Den "Marc Aurel" habe ich ebenfalls vor kurzem hier im Schauspielhaus gesehen  - obwohl im Nachhinein kann ich nicht mal genau sagen, ob er's überhaupt war: brutale Vergewaltigungen, Morde mit haufenweise roter Farbe, abgehackte Arme und Beine, dann fallen plötzlich lauter Haushaltsgeräte auf die Bühne und damit war's zu ende...
Es wird ja immer behautet, mit diesen Neuinszenierungen würde man junge Leute ins Theater locken können, aber irgendwie scheint die Sache falsch angepackt zu werden, oder?
Mir jedenfalls, und ich gehöre ja scheinbar zu dieser Zielgruppe, gefiel der Expo-Faust mit Bruno Ganz in der Titelrolle zig mal besser.
Liebe Grüße, Felis

Re: Zick kulurell

Antwort #3
Zitat
Zick kulurell

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Zick kulurell

Antwort #4
Hmm cool, Zick.

schlingensief ist ziemlich klasse.

habe ihn mal vor Jahren im tacheles getroffen und muss sagen der mensch hat echt einen an der Waffel, aber im positiven sinne.

Leider bin ich bisher noch nicht in den genuss gekommen ihn on the stage zuerleben.

 
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