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Tomorrow belongs to those who can hear it coming
Thema: Historische Aufnahmen (3167-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Historische Aufnahmen

Ich eröffne einfach mal  einen Thread, weil ich gerade bei Youtube auf diese hochinteressante Aufnahme gestoßen bin: 


Zitat

From Wikipedia:
The oldest known existing recording is by Appalachian artists Clarence Ashley and Gwen Foster and was made in 1933. Ashley said he had learned it from his grandfather, Enoch Ashley. Alger "Texas" Alexander's "The Risin' Sun," recorded in 1928, is sometimes mentioned as the first recording, but is a completely different song.

http://de.wikipedia.org/wiki/The_House_of_the_Rising_Sun


...weiß auch nicht, warum mich heute die Geschichte dieses Lagerfeuergassenhauers so interessiert hat! :D


....auf jeden Fall dachte ich, könnte man ruhig mal einen Thread zu dem Thema "alte Aufnahmen" eröffnen...  auch wenn es gewiß Überschneidungen mit anderen Threads (z.b. kabarettsongs...) geben kann....  und die  "Altersgrenze" sicherlich bei der einen oder anderen Aufnahme  Ermessenssache ist... 
....aber ein Thread mit diesem Schwerpunkt fehlt bisher! :D


Gruß, Z



PS:.....

Zur Inspiration hier noch ein altes Zitat mit Linksammlung....
....leider aber  inzwischen mit einigen toten Links... *
(wenn man auch nicht alles gleich absaugt!!!)

Aber vielleicht findet sich die eine oder andere Aufnahme ja woanders wieder. 
Zitat
[size=0px]Posted: Sun 08. Aug 2010 15:06  Subject: Was hört ihr gerade...? Vol. VI

Nun liegen Herrn Bowies letzte Aufnahmen ja schon eine Weile zurück... Zeit innezuhalten und die Historie der Tonaufnahme ein wenig zu betrachten :roll:



Sehr interessante Webseite mit alten Wachszylinder-Aufnahmen.
http://www.nps.gov/archive/edis/edisonia/sounds.html

besonders reizvoll:
http://www.nps.gov/archive/edis/edisonia/very_early.htm
(gaaanz alte Aufnahmen von 1888/1889, u.a. hört man Herrn Edison sprechen)

Und auch diese frühen "Popular Songs" werfen ein interessantes Licht auf die Frühzeit der US-Amerikanischen Unterhaltungsmusik, die von verschiedensten Einwanderern geprägt war...
http://www.nps.gov/archive/edis/edisonia/popular_songs.htm

Noch ältere Aufnahmen aus der Prä-Phonographenzeit gibt es hier. Diese Aufnahmen sind ca. von 1860, konnten damals zwar aufgenommen, aber nicht abgespielt werden...
http://firstsounds.org/sounds/scott.php
(ist aber auch nicht das wahre Hörvergnügen)

noch ein paar Sounds
http://www.berlinphonographworks.com/index.html

Und, mehr Info (sounds hab ich da nicht gefunden, das "Streamradio" funzt bei mir nicht):
http://cylinders.library.ucsb.edu/index.php

Etwas neuere (Grammophon-)Aufnahmen
http://www.grammophon.ch/

und, weiterführend, darf das Tonbandmuseum nicht fehlen
http://www.tonbandmuseum.info/

Gruß, Z

---------------------------------
PS...  (edit, viel später)
noch ein feiner Link mit viel Tonbeispielen!
http://www.archive.org/details/cylindertransfer[/size]



*neuer Link:
http://www.nps.gov/edis/photosmultimedia/index.htm
:D



PS.. noch was feines!
Bismarck und Moltke  1889
http://www.cylinder.de/deeplink_resource_bismarck.html

Historische Aufnahmen

Antwort #1
Thomas Mann 1933

Zitat

Thomas Mann im Tonfilm Der audiovisuelle Urknall unserer Literatur

Archivgut 20520: Unter dieser Signatur findet sich im Filmarchiv des Bundesarchivs der erste und einzige Tonfilm eines deutschen Dichters vor 1933. Der Dichter ist, nahezu naturgemäß, Thomas Mann.

http://www.faz.net/thomas-mann-im-tonfilm...


Warum erinnert der mich bloß so an Loriot? :razz:


gruß, Z




Historische Aufnahmen

Antwort #5
Oh Gott wie peinlich!

Historische Aufnahmen

Antwort #6
Na, dann auch richtig! :D


Die Trappfamilie 2.0...





Zitat
...genannt  Rös-chen...!





Gruß, Z


Historische Aufnahmen

Antwort #8
 Noch ein paar historische Aufnahmen... 



Die Cover sind....  priceless! ...(wie der Brite sagt)

Ob man anfangen sollte, besonders schlimme 70er-Jahre-Greatest-Hits-LP-Cover zu sammeln?  :D


Gruß, Z

Historische Aufnahmen

Antwort #9
 Die Urversion des allgemein bekannten Songs "the Lion sleeps tonight"


Solomon Linda & The Evening ( The First Version ) - Mbube
(1939)


Der Song hat eine bewegte Geschichte und wurde unendlich oft gecovert...
u.a. auch von Brian Eno



Zitat
Die Idee zum Lied kam dem Afrikaner Solomon Linda bei der Verfolgung von Löwen, die Rinderherden angegriffen hatten. Seine Gesangsgruppe Evening Birds wurde 1938 durch einen Talentsucher entdeckt und zum Tonstudio von Eric Gallo nach Johannesburg vermittelt.[1] Im August 1939 nahm er als Solomon Linda’s Original Evening Birds zwei Stücke mit ihnen auf, darunter den unter dem Eindruck der Löwenverfolgung entstandenen Song als Mbube („Löwe“ in der Sprache isiZulu),...

... Die Single Mbube / Ngi Hambiki erschien im September 1939 auf Gallos eigenem Plattenlabel Gallo Records (G.E. 829), ohne dass zu Gunsten des Autors Solomon Linda ein Urheberrecht angemeldet wurde.[4] Das lag daran, dass Linda seine Urheberrechte für 10 Schillinge an Eric Gallo veräußert hatte...

Es gibt mindestens 150 Coverversionen...

Solomon Linda (Solomon Tsele, * 1909 in Ladysmith) verstarb am 8. Oktober 1962 und hinterließ seinen drei Töchtern ein Barvermögen von 25 $. Er hatte seine Urheberrechte an Mbube bei Veröffentlichung an den Musikverlag Gallo Music Publishing SA verkauft und damit formal keinen Rechtsanspruch mehr als Komponist am Song....

Das Musikmagazin Rolling Stone veröffentlichte im Mai 2000 vom südafrikanischen Journalisten Rian Malan einen Artikel über die Song-Historie und brachte den Stein ins Rollen... 
....2003 entdeckten die Anwälte, dass eine Klausel im südafrikanischen Imperial Copyright Act of 1911 eine Rechterückgabe 25 Jahre nach dem Tod des Autors auf dessen Erben ermöglichten; das wäre 1987 gewesen. Im September 2004 entschied ein südafrikanisches Gericht in diesem Sinne.

2005 erklärte der Musikverlag Folkways Music Publishers, dass er künftig alle Tantiemen den Erben Lindas überlassen wird.[15] Schließlich verklagten Lindas Töchter Abilene Music 2004 auf einen Schadensersatz von 1,5 Millionen $ und erreichten im Februar 2006 einen außergerichtlichen Vergleich,...  ....Disney zahlte 1,25 Millionen $ aus den Filmeinnahmen an die Erben.

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Lion_Sleeps_Tonight



Gruß, Z

Historische Aufnahmen

Antwort #10
 Sehr interessant!    :o
Ich mochte diesen Song schon immer sehr, habe aber keine Ahnung, in welcher Version der damals immer gespielt wurde..  8)

Aurora

Historische Aufnahmen

Antwort #11
 yup, interessant, sowas......  ;)

Bin nun noch dem Song "Louie Go Home" nachgegangen.... 

Bowies Version von 1964  (mit den Kingbees)

Da steht als Komponist "Revere".... 
 
Damit ist  Paul Revere (1938–2014)  gemeint, der den Song zusammen mit Mark Lindsay geschrieben hat...
https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Revere_%26_the_Raiders

Hier eine sehr hübsche Performance von "Louie Go Home":

Paul Revere & the Raiders: Louie Go Home

Die Band hat den Song sogar zweimal aufgenommen  - 1964 und 1966.
https://en.wikipedia.org/wiki/Louie,_Louie_Go_Home

Geschrieben wurde der Song sozusagen als "Antwort" auf den Song "Louie, Louie".....

..................


... "Louie, Louie" von Paul Revere & the Raiders


Der Song  "Louie, Louie" wurde aber nicht von Revere geschrieben, sondern 1955 (veröffentl. 1957)  von Richard Berry (1935 – 1997):

https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Berry_%28musician%29

Berry selbst wiederum war durch den Song  "El loco Cha cha cha" , gespielt von Rick Rillera and The Rhythm Rockers, inspiriert worden  -  am besten aber bekannt in der Version von  Rene Touzet (1916 – 2003)

Gaanz ursprünglich aber war er als  "Amarren Al Loco" ("Tie up the crazy guy") vom Kubaner Rosendo Ruiz Jr. aka Rosendo Ruiz Quevedo    geschrieben worden.... [find ich nicht in der Tube]
 
Zitat
music history is weird. apparently, one of the first punk songs (and one of the most common punk riffs) was inspired by a cha cha cha.
  :lach:


Die interessanteste Version von "Louie Louie"  ist die von den "Kingsmen" von 1963.
Sänger Jack Ely (1943-2015)  singt sehr undeutlich, so dass das FBI ein halbes Jahr damit verbrachte, die Lyrics zu analysieren, ob sie etwa unanständig seien...  :razz:


Später wurde der Song dann von Iggy Pop und The Clash gecovert....  ;)
  (Clash)
  (Iggy)
+
  (Lady BO[!])


"Louie Louie" gehört wohl mit zu den meist gecoverten Songs der Welt!  :D

Info:
https://en.wikipedia.org/wiki/Louie_Louie
http://www.louielouie.net/blog/



--------------------


....und, der Vollständigkeit halber, aus dem "Nothing Has Changed" Thread, die Info  zum Song "Liza Jane":
Zitat
Zitat
"Liza Jane"  ist ein Song der KingBees und wurde von Leslie Conn geschrieben. David war eben "nur" der Sänger


 *klugscheiß* :razz:

"Liza Jane" ist sogar noch älter....
 


...klang da aber noch etwas anders...  8)

     
Hier in der Aufnahme der "Earl Fuller's Famous Jazz Band" von 1917.
http://www.loc.gov/jukebox/recordings/detail/id/6186/

[Tube:  ]


...aber trotzdem soll Bo's Liza-Jane auf den alten Song zurückgehen...
[size=0px](der möglicherweise NOCH viel älter ist.)  [/size]
http://en.wikipedia.org/wiki/Li%27l_Liza_Jane



Gruß, Z  :razz:

Historische Aufnahmen

Antwort #12
 interessante CD...

Zitat

Sprigs Of Time  - Various artists
https://www.amazon.de/gp/product/B001VJWB92
 
Zitat
Sprigs Of Time
78s From The EMI Archive
Honest Jon's Records

Thirty amazing tracks recorded between 1903 and 1957, everywhere from England — Percy Grainger’s recording of the title song in 1908 — to the court of the Japanese emperor five years earlier, the stunning Segaiha.
Organ rolls from Georgia run alongside Tamils impersonating motorized transport and rumba from Beirut, vintage fado alongside the songs of Bengali beggars — with celebrated names dotting the mix, like Joseph Taylor, Fairuz, the Mighty Sparrow, and an uncredited Ruben Gonzalez.

http://honestjons.com/shop/artist/Sprigs_Of_Time/release/78s_From_The_EMI_Archive
http://honestjons.com/shop/latest_100_arrivals



und das hier noch... 
Zitat

Hear Russian Futurist Vladimir Mayakovsky Read His Strange & Visceral Poetry
http://www.openculture.com/../hear-russian-futurist-vladimir-mayakovsky-read-his-strange-visceral-poetry



gruß,  Z

Historische Aufnahmen

Antwort #13
 
Zitat
The History of Electronic Music in 476 Tracks (1937-2001)
http://www.openculture.com/2016/03/the-history-of-electronic-music-in-476-tracks-1937-2001.html

http://ubu.com/sound/electronic.html



-----------


Außerdem heute bei "Pop 16"  im HKW (Haus der Kulturen der Welt) gewesen...


Zitat
Ob ich da wohl mal vorbeischaue?  ;) 
Zitat

Pop 16
100 Jahre produzierte Musik

Do, 28. April 2016 — So, 01. Mai 2016

Wann entstand Popmusik? Je nach Definition irgendwann zwischen 822 und 1964. Vor rund 100 Jahren jedoch kam der entscheidende Umbruch: Wachswalzen und später Schellackplatten konnten musikalische Darbietungen konservieren, der Rundfunk konnte sie verbreiten – die Ära der produzierten Musik begann.

Pop 16 will wissen, welche Stile, Interpretationsweisen und Aufführungspraxen die neuen Technologien vorfanden. Welche Wechselwirkungen ergaben sich daraus und welche Auswirkungen hat das alles auf die heutige Musik?




http://www.hkw.de/de/programm/projekte/2016/pop_16/pop_16_start.php

Programm
http://www.hkw.de/de/programm/projekte/2016/pop_16/programm_120307/veranstaltungen_120307.php



morgen z.b.
Zitat

Fr, 29. April 2016 
17:00
Early Recordings
Mit Andrew Walter (Abbey Road Studios)


 Als Surround Mastering-Tontechniker hat er u. a. für Pop-Größen wie David Bowie, Coldplay, Kylie Minogue, U2, The Cure, Radiohead und The Who gearbeitet.

http://www.hkw.de/de/programm/projekte/veranstaltung/p_126720.php


http://www.rkc.de/db/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=209223#209223
 



Dort am Freitag einen Vortag zum Thema "Schellack" von  Hauke Sieling (Stroever Schellack Bremen) gehört...

Sehr interessant... Wusstet Ihr, dass Schellack von kleinen Insekten hergestellt wird...?
...und zwar aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus...
...und dass die Schellackindustrie immer noch existiert, und zwar in Bremen... aber heute weniger Tonträger als Beschichtungen für Tabletten herstellt..?  ;)
Die weibliche Laus sitzt auf Bäumen und saugt den Baumsaft aus und verwandelt ihn in eine feste Kruste, die wie Rinde aussieht...
In der Kruste verendet das tapfere Tier, während dann aber die Larven heranwachsen und sich durch die Kruste nach draußen vorarbeiten (wenn man sie lässt...)
Die Kruste wird dann gern von Menschen geerntet und eingeschmolzen. Das wurde schon seit Jahrhunderten gemacht...
...aber seit Anfang des 20. Jahrhunderts boomte die Schellackproduktion dank der florierenden Tonträgerindustrie!
 - bis dann das Vinyl Einzug hielt. In D-Land endete das Schellackzeitalter im Jahr 1958.


Nein, das ist keine Rinde...




...biologisch abbaubar?
Lol....heißt das, man kann Schellackplatten kompostieren?
https://de.wikipedia.org/wiki/Schellack

Danach noch einen Vortrag über die Restaurierung historischer Aufnahmen gehört (Andrew Walter, Abbey Road).. 
  - gab auch was von den Beatles zu hören... 





Man versucht, den Sound der alten Aufnahmen so zu restaurieren, wie sie damals geklungen haben - also nicht "mehr" drausmachen, sondern "entstauben". 
Dazu gibt es schöne Computerprogramme... "Photoshop für Sound"... 


Für Bowisten interessant ist die Aufnahme des indischen Sängers Vengopal Chari, der um 1900 "Transport Noises" nachmacht.... und das klingt genauso wie der Anfang von STS!  :D  (eine andere Aufnahme desselben Sängers befindet sich auf der oben vorgestellten CD "Sprigs of Time").

1997 hat man sogar, aus Anlass irgendeines Jahrestages (100 Jahre Schallplatte?) mit einem Opernsäger eine Aufnahme auf Wachsplatte bei 78rpm NEU gemacht... :D 



Zum Abschluss noch  Teil 2 (von vier) von  "American Epic" gesehen -
u.a. von Robert Redford und Jack White
http://www.americanepic.com/

Da geht es um die Historie der Tonträgerindustrie und der zugehörigen Musik... 
 ...Teil 2 heute  ging um Folk, Gospel und vor allem Blues...
 
Hier einer der ersten "Popstars": Charley Patton
https://de.wikipedia.org/wiki/Charley_Patton
Zitat

Charley Patton - Spoonful Blues (Delta Blues 1929)
A song about cocaine [?]

...ein Song über Kokain?
Immerhin schaffte er es auf diesen im Video gezeigten Sampler! 
https://www.discogs.com/d..-Junkers-Jivers-Coke-Fiends-Vintage-Songs-About-Drugs-1926-1952..
http://www.allmusic.com/../junkers-jivers-coke-fiends-vintage-songs-about-drugs



Im Gang gab es wieder Diashow - diesmal über die "Indian talking Machine":


Und auf der kleinen Bühne im Gang spielte eine Band den Blues:

"The Americans"


Es gab noch mehr Konzerte am Abend - aber die verkniff ich mir aus Zeit- und Organisationsgründen...



Gruß, Z

Historische Aufnahmen

Antwort #14
 
http://bowiefun.com/stuff/pop16/programm.jpg

Am Samstag war ich auf der Pfaueninsel und erst abends müde zurück und musste dem Pop16 fernbleiben.
Dafür dann am Sonntag nochmal dort...



Kam gerade noch rechtzeitig für die Performance von Aleksander Kolkowski, die da aber schon in vollem Gange war – eventuelle Ankündigungen oder Einführungen sind mir also entgangen.
Herr K. betreibt Soundinstallationen mittels alter Grammophone und Phonographen. Das klingt bisweilen etwas seltsam – und soll es auch! 










Danach hielt Timothy Brennan einen Vortrag zum Thema „Imperial Jazz“... und darüber, die die „weiße Musikindustrie“ sich der Blackmusic bemächtigt hat... und andererseits, wie die Blackmusic wiederum die Entwicklung der  Musikindustrie beeinflusst hat....  etc... und alles zusammen von der technischen Entwicklung beeinflusst wurde...
Sehr interessant, für mich nicht ganz leicht zu verstehen, weil auf englisch und der Herr sprach  zwar recht deutlich, aber durchaus flott und ohne innezuhalten...
Auch waren einige Thesen seines Votrages bei einem Herrn aus dem Publikum, der sich sehr gut auszukennen schien, nicht ganz unumstritten... aber für das Q+A war nicht viel Zeit...





Ein paar Stichpunkte aus dem Vortrag:

- dass Popsongs heute immer noch gern ca. 3:00 min  lang sind, hängt mit der damaligen Aufnahmetechnik zusammen – auf eine Plattenseite passten nur 3 min!

- Die kapitalistische Industrie nutzte die schwarze Musik, um zu den Black Communities Zugang zu bekommen, die mit Klassik und Caruso und sonstiger „weißer“ Unterhaltungsmusik, nicht zu begeistern war.
- die Black Music enthielt oft Unanständigkeiten...die in der weißen Musik selten offen bennnt wurden....
- Entwicklung der Technik beeinflusste auch die Entwicklung der Musik, weil man so natürlich in viel kürzerer Zeit (oder überhaupt!) Musik aus anderen Gegenden als dem Heimatdorf zu hören bekam...
- Mancher sah die Tonträgerindustrie auch kritisch, weil dadurch „Arbeitsplätze“  (Musiker, Musiklehrer) verloren gingen - und vor allem die lebendige Livekultur der „Working Class“.
- Ein interessantes Detail bei der Wechselwirkung zwischen Technik und Musik in jüngerer Zeit, ist, dass die Kreativen aus der zunehmenden Technisierung und Passivisierung (DJ-ing, Synthesizer) wieder eine Art Live-Kultur geschaffen haben –  z.b. durch „Scratching“ und  Beat Boxing“ - wo im ersten Falle das DJ-Equipment wieder zum „Instrument“ wird, und im zweiten Fall die synthetische Musik wieder live  „gesungen“ wird...

- Interessant auch die Strömung des „Afrofuturismus“ - eine spezielle Form der Zukunftsgläubigkeit unter Schwarzen. Man vertraute darauf, dass die Zukunft durch die technischen Neuerungen auch die letzendliche Befreiung der Schwarzen mit sich bringen würde und deshalb zu begrüßen sei. Die Maschine wurde sozusagen als „Befreier der Sklaven“ angesehen. Dazu gehört auch „Black Science Fiction“. Musikalischer Verteter des Afrofuturismus ist vor allem Sun Ra.
 
- die schwarzen Musiker wanderten nach der großen Depression und aufgrund der zunehmenden Technisierung der Landwirtschaft des Südens nach Norden in die Industriestädte  –  z.b. Detroit, Philadelphia... und brachten ihre Musik mit...

- Vor allem in den USA gab es den strengen Rassismus – und dementsprechend eine starke Segregation der Musik und der Musikindustrie. Schwarze Musik wurde als „Race Records“ beworben. Es galt zudem als unschicklich, wenn weiße und schwarze Musiker gemeinsam musizierten! In anderen Teilen der Welt, z.b. Kuba und Jamaica, gab es diese Vorbehalte nicht – und so „befruchteten“ sich die diversen Stile schon frühzeitig.
- Jazz gilt als typische Musik der USA, aber das stimmt so nicht. Eigentlich entstand der Jazz aus karibischen Rythmen... 
Interssant ist, dass die karibische Musik zuerst durch Angehörige von Militärkapellen in die USA importiert wurde (einen Einfluss hatte angeblich auch, dass die Karibik meist katholisch, die USA hingegen meist protestantisch war).





 


Danach gab's dann noch den vierten und letzten Teil von  American Epic - großartiger Film!
Dauerte 2 Stunden und wir sehen in diesen 2 Stunden, wie heutige Musiker in einem alten Studio, mit einer  - aus Ersatzteilen(!) nachgebauten - Aufnahmemaschine im damaligen Stil Aufnahmen machen...  also, ganz originalgetreu!
Maßgeblich beteiligt ist daran vor allem der Musiker Jack White.
Dabei sind neben einigen hierzulande wohl weniger bekannten Musikern auch Beck Hansen, Edie Brickell, der Rapper Nas, Elton John,  und die Country-Urgesteine Willie Nelson & Merle Haggard. Letzerer ist vor vier Wochen verstorben, konnte aber den Film noch vorher sehen.

Im Anschluss gibt’s noch ein Q+A mit Regisseur und Produzent. Die Fragen stellt ein Herr vom Rolling Stone.


[size=0px]ein Herr vom Rolling Stone, Regisseur Bernard MacMahon, einer der Produzenten, Detlef Diederichsen (HKW)[/size]

[size=0px]...nein? Kein Fehltritt von Paul McCartney...?  ;) [/size]

MacMahon berichtet mit sichtlicher Begeisterung von der langjährigen Arbeit an dem Film... wie alles anfing, wie sie die Maschine (die mit einem fallenden Gewicht betrieben wurde) gebaut und die Musiker angesprochen haben...  und vor allem, wie sie die Aufnahmen mit dem Gerät gemacht haben – übrigens in wahrscheinlich dem letzten original erhaltenen Studiogebäude (von 1930) aus jenen Zeiten, das der Besitzer lange Jahre als Lager für seine Keyboardsammlung genutzt hatte.... 

Der Film kommt leider erst im Dezember 2016 raus! Müsst Ihr Euch unbedingt anschauen, wenn Ihr Euch für Musikgeschichte interessiert!
Auch soll es eine DVD/BlueRay-(„oder was auch immer es dann an Technik gibt“)-Box geben.
 

Am Abend gibt’s auch noch Konzerte... aber das Q+A  zu "American Epic" dauerte recht lange und so ist wohl ein Großteil des ersten Konzertes wohl schon vorbei. 
Ziehe es dann vor, noch die eine Installation im Foyer anzuschauen... da gibt’s nochmal einiges zur Schellack-Produktion zu sehen.


[size=0px]Installation im Foyer... da wurden wohl Schallplatten live "geritzt"...[/size]


Kurzer Doku-Film und Exponate im Foyer:
 











Gruß, Z



PS...

Bowistisches passend zum Thema: 
Zitat
How David Bowie Inspired—and Was Inspired by—Black Artists
http://www.theroot.com/../how_david_bowie_inspired_and_was_inspired_by_black_artists


 …..und, was musste ich heute auch lesen?  Aus der  Reihe „2016 suxx“ :zunge: 
Zitat
Little Richard gravely ill, according to reports
http://www.mercurynews.com/../little-richard-gravely-ill-according-reports
Days After Prince, Little Richard Is Clinging to Life
http://www.digitalmusicnews.com/.../days-after-prince-little-richard-on-deathwatch/
Little Richard critically ill
http://www.vintagevinylnews.com/...-little-richard-critically-ill

Zitat
A friend, a legend & some say the true King of Rock & Roll. Lil-Richard needs our love & understanding right now....
http://fb.me/7SVVM5uPF
08:51 - 28. Apr. 2016
https://twitter.com/Bootsy_Collins/status/725714069202845696

:/

 
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