Zum Hauptinhalt springen
Thema: Lou Reed (38810-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
0 Benutzer und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Lou Reed

Lou spielte heute abend in Berlin... Kleine Konzert-krititk gefällig?
Hab's gerade bei Bo-net abgelegt... aber hier nochmal  für the germans...
Also, war natürlich klasse.
Allerdings - am Anfang war ich etwas verstimmt, weil die wiedermal ein Fotografierverbot hatten, Kamera draußen lassen! ÄÄhrg, und das, wo man in der dritten Reihe sitzt! (die aber de facto dann die fünfte war, weil sie vorne nach zwei Zusatzreihen eingerichtet hatten...)
Dann ging's also los, und ich war immer noch ein wenig verwirrt, den der Opener "sweet Jane" war irgendwie nicht so richtig gut abgemischt. Auch dachte ich - ooops, wo ist denn das Schlagzeug?  Sehr minimalistisch, die Instrumentierung. 
Und Irgendwie wirkte es so, als müßte sich die Band erstmal einspielen.  Auch Lou war am Anfang so ein bißchen komisch... ich denk mal , einfach ein bißchen nervös... oder schüchtern  (*grins*)....
Aber das änderte sich dann sehr schnell, die Band wurde immer besser und man merkte, daß sie eine Menge Spaß hatten.  Dazu kam dann plötzlich noch ein chinesischer (?) Tänzer auf die Bühne und bot eine kleine Performance.
Die Setlist hatte denn auch für jeden etwas... u.a. einige  Klassiker (dirty boulevard, sunday mornig, All tomorrows Parties...) und ein paar live richtig super klingende Sachen vom "Raven"  - und Höhepunkt war aber ganz bestimmt "Venus in Furs" - mööö, wie geil.
Und Lou sieht nicht nur erstaunlich gut aus für seine 60 (schwarzes, enges T-shirt und schwarze Lederhose...) und ist natürlich der Coolste, er ist auch noch ein ganz netter, wie es scheint -  hat seiner Band  viel Raum gegeben, daß sie zeigen konnte, was sie konnten (die Frau am Cello - großartig! Der ewig auf einem Stuhl dabei sitzende Sänger, der zum Schluß "candy says" singen durfte, und "Fernando", der mich ein klein wenig an Gail erinnert hat, hehe...)
Well, soweit... als letzte Zugabe gab's dann noch "perfect day", was noch lang ein den Öhren klang...

Gruß, Z
 :D  :D

Antw.: Lou Reed

Antwort #1
Würde Lou auch gerne mal live erleben. Ich schätze mal, dass er einer der Musiker ist, die live viel besser rüberkommen als auf CD.

Antw.: Lou Reed

Antwort #2
Argh! Zu beneiden! Dieser wahnsinns Unterschied zwischen Lous Und Iggys Konzert und dennoch bete ich sie beide an...

Antw.: Lou Reed

Antwort #3
...und bald wieder für <leider> nur 3 Konzerte in Deutschland...

LOU REED TOUR 2005

Ende der 70er teilt er Wohnung und Leben mit David Bowie und Iggy Pop und versinkt brüderlich mit ihnen im Drogensumpf. Sein 72er Werk mit "Ziggy Stardust" David Bowie als Produzenten wird sein erster großer Chart-Erfolg. Mit weiteren Erfolgshits wie "Vicious" und "Satellite Of Love" wird Reed eine der prägendsten Persönlichkeiten der Siebziger. Seine Erfolgsgeschichte beginnt aber bereits den 60ern bei Velvet Underground, wo er mit besonders freizügigen Lyrics brilliert. Die Band sichert sich in dieser Zeit den Status, zu den größten Rock-Visionären zu gehören. Lou Reed ist ein Phänomen, schrieb er doch 40 Jahre Rockgeschichte, überlebt sämtliche Krisen, die das Leben zu bieten hat und steht 2005 immer noch da wo ein Rocker hingehört: ganz oben auf den Bühnen der Welt.

 
  LOU REED    FRANKFURT    24.04.2005    20:00     
 
 
  LOU REED    BERLIN    25.04.2005    20:00     
 
 
  LOU REED    HAMBURG    27.04.2005    20:00

Antw.: Lou Reed

Antwort #4
:-D  oh, danke.
Werde ich bestimmt wieder hingehen!


gruß,Z

Antw.: Lou Reed

Antwort #5
hab mir auch schon ne Karte besorgt. Wieder ein Sitzkonzert im kommodigen CCH in Hamburg 8O , passt irgendwie nicht, finde ich.
Freu mich trotzdem, habe Mr. Reed noch nie live gesehen
Grüße
S.

Antw.: Lou Reed

Antwort #6
Lou Reed: Ein Rock´N´Roll Animal wird heute 65  Jahre alt...
 
Lou Reed (rechts im Bild)
mit The Velvet Underground am Ende der 60er



"Ich hatte mehr Gelegenheiten als die meisten Menschen, mich zum Arschloch zu machen, das ist mir klar. Andererseits bekommt nicht jeder die Gelegenheit, seine Albträume stellvertretend für die Lüste der Allgemeinheit öffentlich auszuleben."


Der Mann mit der zerbrechlichen Stimme wurde am 2. März 1942 als Lewis Alan Reed in Brooklyn, New York, geboren. Da er sich für Rock’n’Roll begeisterte – schon 1957 veröffentlichte er mit seiner damaligen Band The Shades eine Single - und obendrein homosexuelle Neigungen zeigte, unterzogen seine Eltern den 17-jährigen 1959 einer Elektroschock-Therapie. Dieser Tortur schrieb Reed es später zu, dass er für alle Zeiten für ein bürgerliches Leben verloren und lange Jahre von dem brennenden Wunsch beseelt war, es zu weit zu treiben und keine Provokation auszulassen – musikalisch, drogentechnisch und möglichst auch auf allen übrigen Gebieten.

Diesen Plan setze er spätestens mit The Velvet Underground ab 1965 in die Tat um. Bei den Velvets, eine während ihrer Existenz nahezu vollkommen erfolglosen Band - der größte kommerzielle Erfolg war ihr erstes, von Andy Warhol promotetes Album, das gerade mal Platz 171 in den US-Charts erreichte - schuf Reed als treibende Kraft neben John Cale kompromisslose, erst Jahre später als Klassiker gefeierte Werke wie "Sister Ray", "Heroin" und "I’m Waiting For The Man", die von Transvestiten und den Freuden des Gebrauchs harter Drogen handelten. Gleichzeitig entpuppte er sich aber auch als Schreiber überraschend sensibler und persönlicher Balladen und offenbarte damit eine weitere Seite seiner Persönlichkeit, die in seinen Werken immer wieder anzutreffen ist. 1970 verließ er die Band im Streit.

Den Grundstein für seinen Erfolg als Solokünstler legte Reed 1972 mit seinem zweiten Album, dem Glam-Rock-Meilenstein "Transformer", bei dem er von David Bowie und dessen damaligem Gitarristen Mick Ronson unterstützt wurde. Diese LP enthielt auch seinen bislang einzigen großen Single-Hit, "Walk On The Wild Side". Doch schon im darauf folgenden Jahr floppte das ambitionierte Konzept-Album "Berlin", das die Beziehung eines Junkie-Pärchens thematisierte, trotz Gastmusikern wie Steve Winwood und dem einstigen Cream-Bassisten Jack Bruce.

In den folgenden Jahren bestand Reeds Karriere aus einer ständigen Achterbahnfahrt zwischen kommerzieller Anbiederung wie "Sally Can’t Dance" (1974) und geradezu beinharter Avantgarde, exemplarisch manifestiert in dem Doppel(!)album "Metal Machine Music" (1975). Dieses bestand ausschließlich aus strukturlos wabernden und kreischenden, elektronisch nachbearbeiteten Gitarren-Feedbacks und wird daher gelegentlich auch als "schlechteste Rock-Platte aller Zeiten" bezeichnet. Doch auch hier scheiden sich die Geister: Während das Werk von vielen als Pflichtaufgabe eines Mannes gewertet wurde, der es nicht erwarten kann, endlich die Plattenfirma wechseln zu können, feiern andere "Metal Machine Music" als Aufbruch in den Punk (womit wohl eher die Attitüde dem Käufer gegenüber, als die Musik selbst gemeint ist) oder als Erfindung des Noise-Rock. Lou Reed selbst verteidigte das Album vehement und benannte kurz darauf in der für ihn charakteristischen Starrköpfigkeit seinen Musikverlag nach dem kontroversen Album.

Einen legendären Ruf genießen die Konzerte, die Reed in den 70ern gab. Er stilisierte sich als exzentrischer Performer, der auch nicht davor zurückschreckte, auf der Bühne mit Fixerbesteck zu hantieren und sich auf längere Diskussionen mit seinem Publikum einzulassen. Der geradezu dokumentarisch zu nennende Mitschnitt "Take No Prisoners" (1978) (wie alle offiziellen Live-Veröffentlichungen ausdrücklich ohne Overdubs) präsentiert einen offensichtlich angetrunkenen Sänger, der ständig so viele Anekdoten erzählt, dass er kaum zum Singen kommt. Ein zeitgenössischer Journalist bezeichnete Reed als "Maskottchen für Leute, die mal richtig die Sau rauslassen wollen."

Nachdem es in den 80er Jahren ziemlich ruhig um ihn geworden war, wurde ein gereifter Lou Reed mit dem seiner Heimatstadt gewidmeten Album "New York" (1989) sowie der Single "Dirty Blvd." plötzlich doch noch MTV-kompatibel. Die Liner-Notes dieses Albums enthalten das musikalische Glaubensbekenntnis Reeds: "You can’t beat 2 guitars, bass, drum." Die anschließende 1990er Zusammenarbeit mit dem alten Velvet-Kollegen John Cale, "Songs for Drella", eine Hommage an Andy Warhol, entpuppte sich als Kammermusik mit E-Gitarre und erschloss Reed intellektuell orientierte Publikumskreise. Die letztgenannte Ko-Produktion führte übrigens 1993 zu einer (musikalisch freilich eher zweifelhaften) Reunion der Velvet Underground.

Das Ambiente seiner Solo-Konzerte änderte sich radikal in den frühen 90ern, als Reed verstärkt die Lyrik seiner Arbeit in den Vordergrund rückte: Plötzlich waren die Hallen bestuhlt, jegliche Reaktion des Publikums wie beispielsweise Beifall war unter Androhung des Konzertabbruchs untersagt. (Heutzutage haben sich Reed-Konzerte zwischen diesen Extremen eingependelt) Auf seinem zuletzt veröffentlichten Studio-Album, "The Raven" (2003), einer Hommage an Edgar Allan Poe, wirkte wieder unter anderem David Bowie als Gastmusiker mit.

Lou Reed ist seit Mitte der 90er mit der Performance-Künstlerin Laurie Anderson liiert. Er hat zwischenzeitlich einige Gedichtbände veröffentlicht sowie auch einen Fotoband über – natürlich! – New York. Nachdem er in den letzten Jahren viel Zeit mit der Suche nach dem perfekten Gitarrensound verbracht hat, hat er für die Zukunft Alben mit Meditationsmusik angekündigt. Aber wer weiß – bisher jedenfalls waren solche Ankündigungen immer mit Vorsicht zu genießen.

gko

Antw.: Lou Reed

Antwort #7
Zitat
Nachdem er in den letzten Jahren viel Zeit mit der Suche nach dem perfekten Gitarrensound verbracht hat, hat er für die Zukunft Alben mit Meditationsmusik angekündigt.

gko


der gute Lou soll überhaupt mal wieder ein neues Album machen.

Und das mit der Meditation soll er doch bitte ENO überlassen.

Gruß
Björn

Antw.: Lou Reed

Antwort #8
[size=0px]Happy Birthday Lou Reed[/size]

...Just A Perfekt Day...  :)



Schön, dass Du daran gedacht hast, Korner...

Antw.: Lou Reed

Antwort #9
Dieser Forumsbetrag wurde auf Wunsch des Mitglieds gelöscht.

Antw.: Lou Reed

Antwort #10
Danke, Korner!



  And the coloured girls sing...[/color]
  [size=0px]HappyBirthday, LouLou...[/size][/b]

Antw.: Lou Reed

Antwort #11
Zitat


PS: Du bist doch etwa nicht dabei, Onkel Lou in eine Schublade zu stecken :tach:


Ach so: Happy Birthday, Mr Reed...


nein, das nicht, aber nach dem Poe-Album (was wirklich nicht besonders toll war) wünschte ich mir mal wieder ein "normales" Album von Lou.

Antw.: Lou Reed

Antwort #12
his site[size=0px]
besucht die video-section dort! -Mauszeiger an rechten Rand bewegen[/size]



[size=0px]Happy B-day[/size]

Antw.: Lou Reed

Antwort #13
Zitat
his site[size=0px]
besucht die video-section dort! -Mauszeiger an rechten Rand bewegen[/size]

aaah, danke.  :)
allerdings ist das Menü sehr unruhig... :?

Aber dies mag ich noch besonders gern,
Lou Reed & John Cale - Berlin - Bataclan '72:

Antw.: Lou Reed

Antwort #14
Zitat
Lou Reed & John Cale - Berlin - Bataclan '72:

fein, ich war vor einiger Zeit echt froh dieses digipak von dem Konzert für 1 (!) € bei Ebbi zu steigern, dass war sehr überraschend

Aber dem Lou Reed auch alles Gute. Sein Album Metal Machine Music sollte auch mal mehr im Radio laufen. Oder überhaupt.

 
Simple Audio Video Embedder