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Tomorrow belongs to those who can hear it coming
Thema: Run | SdT 22.01.2021 (75-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema - Thema abgeleitet von Amazing | SdT 18.01.2021
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Run | SdT 22.01.2021

Run

Am Morgen des dritten Advents lauschte ich zum x-ten Male „Peter and The Wolf“ und schrieb mir eine Liste aller wichtigen Dinge auf, die ich noch in diesem Jahr zu erledigen vorhatte. Mir fiel ein, dass Kevin Armstrong der 89iger Schatten-Tin-Machine-Sidekick eine Solo-CD namens „Run“ veröffentlicht hatte, die ich mir noch bestellen wollte. Gesagt, getan und so bestellte ich mir in den frühen Morgenstunden direkt bei Kevin per E-Mail die CD.

Da sich auf der CD zwei Stücke, nämlich „Run“ und „Outside“ befinden, an denen Kevin mitgeschrieben hat, wurde ich neugierig und habe in der Mail auf unseren Blog verwiesen, und ihn um Mithilfe an meinen geplanten Tin Machine Special gefragt. Wenige Stunden später hatte ich eine Antwort, und Infos, die uns selbst der sehr geschätzte Nicolas Pegg unterschlagen hatte:

Zitat
Both Run and Outside were based upon songs I had written for myself in 1980. Bowie heard me playing them at a couple of soundchecks and asked if he could use them for ideas. The song Run was originally a song of mine called Babylon Bridge which was never released and is only a demo on a long lost cassette somewhere.

Kevin Armstong, 13.12.2020

Das sowohl „Run“ als auch „Outside“ auf Fragmenten früherer Arbeiten von Kevin Armstong basieren, war für mich eine überraschende Antwort. Uns so bestellte ich flugs ein paar ein Platten in England. Bislang hatte ich mich kaum mit dem Solo-Arbeiten von Kevin Armstrong beschäftigt. Einzig sein Mitwirken bei Bowie, Thomas Dolby, Iggy Pop sowie die Produktion von Alien Sex Fiend waren mir bislang bekannt. Bezüglich Alien Sex Fiend waberten in den Endachtzigern übrigens Gerüchte, dass Nikk Fiend und Bowie telefoniert hätten und dass eventuell sogar eine Zusammenarbeit angedacht war. Das wäre es noch gewesen, wenn Bowie anstelle der Sales-Brothers das Ehepaar Fiend zum gemeinsamen Musizieren eingeladen hätte und die Tin Alien Machine dabei herausgekommen wäre. Gar nicht auszudenken! 😉

Dank Brexit und dem mutierten C dauerte es gute drei Wochen, bis die Platten bei mir eintrudeln sollten. Auch die CD von Kevin Armstrong war so lange unterwegs. Umso größer war dann die Freude, als dann in den ersten Januar Wochen der Postmann beinahe tägliche klingelte. Auch die CD selbst war eine freudige Überraschung. Kevin hatte diese persönlich signiert und noch zwei unterschiedliche Plektren beigelegt. Da freut(e) sich das Sammlerherz.

Musikalisch schaut Kevin auf dieser sehr persönlichen Werkschau auf unterschiedliche Schaffensphasen zurück und interpretiert Stücke von unter anderem Bowie und Morrissey, an denen er auch schon an den Originalen mitgewirkt hatte. Wäre die CD nicht schon im Dezember 2019 veröffentlicht worden, so könnte man meinen, dass diese ein persönliches Lockdown-Dokument sein könnte. Kevin spielte fast alle Instrumente selbst, Unterstützung erfährt er lediglich bei einigen Songs von einigen anderen Musikern unter anderem dem Iggy Pop Schlagzeuger Matt Hector und dem grandiosen Saxofonisten Terry Edwards.

Schon gleich der Opener verspricht Gutes. Kevin Armstrong interpretiert den Tin Machine Song „Run“ als coole Nummer, mit einer stimmlichen Anlehnung an Iggy Pop. Aufgrund der einfachen Produktion hat die Aufnahme zwar den Charme eines Demos, es zeigt sich aber, dass hier durchaus größeres Potenzial vorhanden wäre. Während der Song mit Iggy an den Vocals auf „Blah Blah Blah“ wahrscheinlich absolut gezündet hätte, so bleibt ihm auf dem ersten Tin Machine Album nur ein Schattendasein. „Run“ wurde nur auf CD und Cassette veröffentlicht und somit erweitert sich mein „Waterloo-Sunset“-Alptraum nun auch auf „Run“.

Zitat
Hallo???, Wat issn da los??? Nix vinyl???

Tristus Peopleloidus

Und in der Tat fehlt mir bislang die Studio-Version von „Run“ auf Vinyl. Live wurde dieser Song an jedem Abend der ersten Tin Machine Tour gespielt und ist somit auch auf diversen Bootlegs veröffentlicht. Die Studio-Version hingegen, gibt es meiner Kenntnis nach, weder inoffiziell noch auf einem offiziellem Vinyl-Release. Sollte ich also vorhaben, auf einer künftigen Ufer-Party diesen Song in der Studio-Version zu spielen, komme ich nicht davon, einen CD-Player oder besser noch einen Cassetten-Recorder mitzubringen.

Die Frage, ob sich dieser Aufwand lohnen würde, beantworte ich heute mit einem klaren „Jein“. Bezogen auf das erste Tin Machine Album ist „Run“ eine passable Nummer, die das Schattendasein keinesfalls verdient hat. Zumindest wie auch schon „Sacifice Yourself“ wäre eine Veröffentlichung als B-Seite einer Single oder Maxi durchaus ein netter Zug gewesen, um „Run“ auch im Tin Machine Kontext mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Betrachtet man* aber das Gesamtwerk unseres Freundes mit über 600 Titeln, so ist „Run“ durchaus verzichtbar und so hoffe ich, dass bei dem nächster Ufer-Party keiner der Peopleloids nach „Run“ fragt und schließe die heutige Anmoderation des SdT mit der ewig gültigen Feststellung:

„Fuck you - I ❣️ Tin Machine"


Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #1
Hui das war ja mal wieder interessant! Toll, dass Du Insiderinfos bekommen hast!

"Run" ist übrigens Gillys Lieblingslied von Tin Machine. Könnte also durchaus einen Wunsch danach geben ;) Dass Kevin daran mitgeschrieben hat wusste sie auch - aber dass es ein Demo von ihm war ist ihr auch neu gewesen.
Ebenso mit "Outside". Hm, ob das bei ihm wohl "Now" genannt wurde? Oder hat David ihm den ersten Titel gegeben? Now wurde ja auch schon live bei Tin Machine gespielt (mit Reeves an Vocals oder?). Aber da greif ich Dir jetzt vorweg, sorry!

Ich mag "Run" jedenfalls auch sehr gern, schade, dass das Demo verschollen ist.

Lyrics:

Run

Wish I were a sailor
Crossing an azure sea
Under leaden skies
Under your eyes

But I can't see too far
With these animal eyes
Can't hold my breath
Without your voice

An' I'm danger-prone
I'll be bound
I'll be fast as hell
Without your touch

An' I'll run run run run run
An' I'll run run run run run
Without your love

I'm a goldman
I'm a soaring tower
And it's cold in here
Without your love

Trouble in here-trouble out there
Mainline problems til you no longer care
Get a long-low life-it's duty bound
No hope-no life-no you-ah ha

And I run run run
Run run run
Without your love

I duck the shots-tilt the world
I talk myself crazy-shoot the breeze
Shout to live-shoot to kill
Double up in pain-I'm on my knees
Tubies:

Albumversion


Amsterdam 1989 (ab 35:15)


Hamburg 1989 (Audio; ab 29:00)


London 1989 (Audio; ab 34:00)


Kilburn 1989 (ab 39:00)


Kevin Armstrong


Lg Simone



Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #2
Ich glaube die kosteten 25 DM. Für ein paar kopierte Zettel war das damals viel Geld. Die unsignierte gab es dann für 15 DM? Ganz sicher bin ich mir nicht. Aus heutiger Sicht hätte man* natürlich gleich einen ganzen Stapel kaufen sollen :)
kannst du mir sagen, welches format das tourheft hat? der erste blick ins archiv der misses weist kein heft auf, doch bin ich relativ sicher, dass es in meinem besitz sein muss.
aber wo?

Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #3
kannst du mir sagen, welches format das tourheft hat? der erste blick ins archiv der misses weist kein heft auf, doch bin ich relativ sicher, dass es in meinem besitz sein muss.
aber wo?

Gefaltet ist es DIN A4. Es lässt sich auf die vierfache Größe ausklappen (2 Zettel). Verkauft wurde es auf den 89iger Konzerten. Wo hast du es denn erstanden?

Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #4

Ebenso mit "Outside". Hm, ob das bei ihm wohl "Now" genannt wurde? Oder hat David ihm den ersten Titel gegeben? Now wurde ja auch schon live bei Tin Machine gespielt (mit Reeves an Vocals oder?). Aber da greif ich Dir jetzt vorweg, sorry!


Bitte nicht verwechseln mit "Go Now". Hier war Hunt an den Vocals. (Furchtbar!)

Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #5
Off-Topic - The Cross

nun muss ich unweigerlich bei " tin machine" auch immer an " the cross" denken.
eine band, die der " queen" drummer roger taylor 1987 zusammenstellt und deren debütalbum 1988 erscheint.
taylor, 2 jahre jünger als david, der nach der monströsen " queen " tour 1986, etwas anderes machen möchte, junge musiker um sich scharrt und auch mit der band live in kleinen clubs spielen möchte.
" shove it" heisst der erstling, genauso provokativ wie  unsere " blech- zinn - dosen- maschine".
roger taylor auch in der midlife krise?
oder ist es der wunsch, genau wie bei unserem freund, mal den ganzen superstar zirkus abzustreifen und einfach nur musik zu machen, rock and roll, kleine clubs, schnell mal ein " pretty thing" und dem ganzen " big thing" entfliehen und sich wie ein junger hüpfer am anfang seiner karriere zu fühlen?
warum mir diese parallele in den sinn kommt, liegt wohl an der zeit, denn auch taylor wollte hier nur bandmitglied sein, mimte aber den frontmann.
hat die idee von roger david dazu angeregt, ebenfalls eine band zu gründen?
darüber hatte ich zuvor nie nachgedacht, doch zeitlich würde das einen sinn ergeben.
weiss da jemand mehr?
oder liege ich völlig falsch?
das lustige trüffeln geht weiter...

Zitat

Ich denke, daß @mrs.stardust  da garnicht so verkehrt liegt. Dazu muß man allerdings auch sagen, daß Roger Taylor immer der aktivste Solo-Künstler unter den Queen-Leuten war. Bereits 1977 hat er eine Solosingle herausgebracht, hat auch lange vor den Anderen schon unter seinem Namen LP's veröffentlicht und spielte seine Kompositionen auf den Queen-Alben häufig fast komplett solo ein. Ich glaube, daß es bei Taylor einfach keinen Stillstand gibt. Und "back to the roots" spielte da sicherlich auch eine entscheidende Rolle: Taylor wollte eigentlich nicht, daß sein Name auf dem Tourplakat erscheint. Als dann jedoch die Zuschauerzahlen zu wünschen übrig ließen, wurde sein Name prominent mit auf's Plakat gedruckt.

Gunnar, 22.01.2021

Set-List aus dem Max in Kiel 1990

Antw.: Run | SdT 22.01.2021

Antwort #6
"Run" ist wirklich ein großartiger Song. Die beiden Demos von Kevin Armstrong würde ich gern hören.

LG
Petra


 
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