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Neue Artikel - Saarbrücker Z. , Lausitzer Ru... und mehr

Verwegenheit ist seine Zier

10 November 2003
Saarbrücker Zeitung

David Bowie ruft nach Amnéville, und die Gemeinde kommt

Amnéville. Der "Thin White Duke" meldet sich zurück. "Reality" heißt der neueste Wurf aus dem Hause David Bowie, der nun leibhaftig unters Volk gebracht werden will. Dieses Mal unter das französische (und das der nahe gelegenen saarländischen Region). Also waren 1200 Fans am Samstag ins Galaxy im nahe Metz gelegenen kleinen Städtchen Amnéville angereist, um die neueste musikalische Standortbestimmung des britischen Mega-Stars zu hören.

Ästhetisierte Videoclip-Einspielungen hinter der Band, weiß eingefärbte Palmwedel über den Musikern, zwei riesige Laufstege zu beiden Seiten der Bühne - der Mann beherrscht sein Metier. Sichtlich gut gelaunt und super-relaxt trat Bowie vor die Fans. Die rasten schon bevor er eine seiner vielen Gitarren überhaupt nur angefasst hatte. Ein heiseres Lachen, dann intonierte er "I'm the loniest boy", die erste Ballade. Auch wenn das neue Album "Reality" die Ereignisse des 11. September in New York aufgreift, wo Bowie seit vielen Jahren lebt, war das Konzert zuallererst eine Reise durch die gut 30 Jahre seiner Bühnen-Laufbahn. Hits wie "Little China Girl", "Heroes" oder "Passion" betonten das, was die Eingefleischten ohnehin nach ein paar Minuten wussten. So gesehen nichts Überraschendes also. Aber darum geht es bei Bowie eh' nicht. Musikalisch bleibt Bowie mit "Reality" auf bekanntem Terrain. Glam-Rock-Gitarren, minimaler Synthesizer-Aufwand, mal kernig-rockig, mal aufgeregt punkig. Allenfalls die Themen sind neu, nicht der Stil. Klingt vertraut, manchmal auch ein bisschen staubig - schlecht aber klingt jedenfalls ganz anders.

Die Gemeinde, die nach Amnéville gepilgert war, wollte das immer noch androgynste Pop-Idol einfach mal live sehen. Und erlebte: Bowie ist immer noch ein Magnet.

Locker ins Gesicht fallende blonde Haarsträhnen gehören zu seinem Markenzeichen, das auch nach dreißig Jahren Business immer noch Verwegenheit signalisiert. Wen interessiert schon, wie viel da Kalkül ist? Die lasziven Bewegungen, die heiser-coole Stimme, die ab und an ein abgründiges Lachen hervorbringt. Obwohl mitterweile 56, ist Bowie immer noch der "sexiest boy". Wibke Trapp




Kulturbrief aus Berlin - Inspirierende Tristesse

8 November 2003
Lausitzer Rundschau
Von Gunnar Leue

Als David Bowie in dieser Woche seine Deutschlandtournee mit einem Konzert in Berlin beendete, zeigte er sich - anders als zum Beispiel bei seinen Auftritten in Hamburg oder München - in bester Verfassung. Offenbar inspirieren ihn die Auftritte in Berlin wirklich mehr als anderswo. Gleich zu Beginn äußerte er seine Freude, wieder zurück in der Stadt zu sein, in der er von 1976 bis 1979 zusammen mit Kumpel Iggy Pop lebte und zwei seiner besten Alben überhaupt produziert.

Es seien sehr befreiende Jahre für ihn gewesen, hat er mal erzählt, denn im Schatten der Mauer konnte er zu sich selbst finden. Von der düsteren Atmosphäre der geteilten Stadt - voller Bars für traurige und enttäuschte Menschen - fühlte sich der Superstar so angezogen, dass er in ihr seine Kreativität bestens entfalten konnte. Im übrigen fand nicht nur Westberlin faszinierend schaurig, sondern auch Ostberlin, das ihn an Brooklyn in New York erinnerte. Bowie war nicht der einzige, der sich an der Schwermut auf der Insel der Freiheit im deutschen Osten berauschte. Auch Nick Cave fand hier für eine Weile seine zweite Heimat und eine beachtliche künstlerische Inspiration.

Der Spanier Enrique Iglesias ist da ein ganz anderer Typ. Er liebt das schöne Leben und die schönen Frauen und besingt das in schmalzigen Herz-Schmerz-Liedern. Aber manchmal kann das Leben sogar trauriger sein als seine Songs. Zum Beispiel in Ostdeutschland, das Iglesias bei einem "Wetten dass. . .?"-Auftritt in Leipzig kennen lernen musste. Dort hat ihn die Tristesse derart übermannt, dass er sie unbedingt in einigen depressiven Songs verarbeiten musste. Er sollte darüber nicht jammern, sondern für die Inspiration dankbar sein. Vielleicht wird so aus dem Trallala-Sunnyboy noch ein interessanter Musiker.




KONZERT Gott des Glamour-Rock begeistert - David Bowie macht Köln-Arena zum Hexenkessel: 15000 Fans feiern ihn frenetisch

Trierischer Volksfreund
6 November 2003
Ein ewig junger Hero": David Bowie in Köln

KONZERT

Gott des Glamour-Rock begeistert

David Bowie macht Köln-Arena zum Hexenkessel: 15000 Fans feiern ihn frenetisch

Von unserem Mitarbeiter

MICHAEL KERNBACH

KÖLN. Eine Ikone des Glam-Rock feierte ein furioses Comeback. David Bowie gab nach vielen Jahren wieder ein Konzert in der Köln-Arena.

Mit den Heroes" der eigenen Jugend ist das so eine Sache: An die einen erinnert uns RTL mit 70er und 80er Jahre-Motto-Shows, andere trifft man auf Oldie-Festivals in Besetzungen wieder, in denen nur noch der Name authentisch ist. Die dritte Kategorie tritt in Sälen wie der Köln-Arena auf, und als echter Fan muss man bei Leistung des üppigen Eintritts- Obolus für ein solches Konzert bewusst einen möglichen Verlust in Kauf nehmen - nämlich um eine Illusion ärmer nach Hause zu gehen.

Denn: Die Rockstars der 70er sind auch schon alle um die 60, was viele von ihnen dazu treibt, auf Barhockern sitzend Unplugged-Versionen ihrer alten Erfolge zu rezitieren oder aber als Eigen-Coverband einen Radioerfolg an den anderen zu reihen.

Nichts davon bei David Bowie! 15000 Zuschauer begrüßen den Gott des Glam-Rock mit frenetischem Applaus und werden mit einem furiosen Konzert belohnt.

Schlichtes Bühnenbild, die heutzutage notorischen drei Videoleinwände bleiben erst mal aus - statt dessen wirft Bowie mit seiner exquisiten Band der hungrigen Meute als Opener Rebel, Rebel" vor die Füße. In Weißlichtkegeln stehend, teetrinkend und mit einem ausgestopften Vogel Scherze treibend - Bowie verwechselt irgendwie Showstart mit Soundcheck: Die ersten drei, vier Titel klingen ein bisschen wie T-Rex, und es beschleicht einen das komische Gefühl, das Herr Bowie diese Angelegenheit in Köln nicht sonderlich ernst nimmt - wo bleibt die Grandezza? Wo ist Ziggy Stardust?

Der kommt mit Changes" und Bowie beweist, dass er sich kein Jota geändert hat. Zeitmaschine an, welcome 1977! Oder doch 2100? Der 56-jährige Brite, der wohl mal in den Jungbrunnen gefallen sein muss und deshalb wahrscheinlich noch an seinem 100. Geburtstag immer noch ein bisschen besser aussieht als David Beckham, zeigt allen, warum Pop-Musik auch mal eine ernst zu nehmende Form von Kunst gewesen ist. Stimmige Bildkaskaden von den nun doch eingesetzten Leinwänden - lange, wuchtige Instrumentalpassagen, ein Superstar in würdiger Superstar-Pose am Mikrofon - dass man das noch einmal erleben darf! Wer eine Best-of-Show erwartet hat, wird ein wenig enttäuscht gewesen sein: Bowie spielt vornehmlich Songs seines neuen Albums Reality". Let´s Dance"? Life on Mars"? Space oddity"? Fehlanzeige! Dafür gibt Bowie das Unerwartete zum Beispiel im Duett mit seiner unglaublichen Bassistin Under Pressure": Das schmerzt, weil ich Queen" nie live gesehen haben werde. Aber: Gott sei Dank war ich bei Bowie. Nie folgt die Show den ungeschriebenen Gesetzen der Großhallenunterhaltung - manche Songs sind so intim und sperrig, dass jeder andere Künstler sie selbst in einem kleinen Klub nur schwer an den Mann gebracht hätte - für einen Bowie kein Problem!

Trotz Großhalle auch

intime Songs

Bei Heroes" zitiert Bowie selbstironisch den Anfang des Konzerts: T-Rex-Klampfen, Weißlichtkegel, so ein bisschen hingeträllert eben. Und lässt dann nach dem ersten Refrain noch mal voll den Superstar raushängen, und zwar die ganze Palette, fetter Sound, 15000 begeisterte Menschen recken die Hände in die Höhe, volles Saallicht, damit sich jeder in Ehrfurcht an diesem Anblick ergötze, was für ein Finale... Denkste!

Denn die schwierigste Nummer des Konzerts hebt sich Bowie bis ganz zum Ende auf. Abgang, der Künstler hinterlässt ein völlig irritiertes Publikum, das Minuten braucht, um sich auf ein gemeinsames Zugabe" zu einigen. Die dann mit nur zwei Titeln leider etwas knapp ausfällt - der einzige Wermutstropfen in einem außergewöhnlichen Konzert. Wer kann, sollte hingehen - so was stirbt nämlich leider aus!hpl/joa

David Bowie tritt am 8. November in Amneville (bei Metz) auf. Tickets gibt es in denTV-Presse-Centern in Trier, Bitburg und Wittlich.

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Antwort #1
Many thanks für's Posten dieser Kritiken!

So sehe ich Bowie, so liebe ich Bowie: da geht mir doch das Herz über, da fühl ich mich verstanden!!  :lol:

Und wenn er noch mal in Amnéville spielt, werdel ich hinfahren und der 1201. Fan sein. Ist bestimmt noch besser, als eine von 12.000 zu sein.

lg

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bowie_for_ever

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Antwort #2
trotz der harten kritik gegenüber dem kölner konzert , die hier im forum
geäussert wird.....der ich mich nicht anschliessen kann !!

kann ich immer wieder bestätigen KÖLN war SPITZE !!!!!!!!!!!

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Antwort #3
Das ist in der Saarbrücker Zeitung ist ein Fehler! Es waren mit Sicherheit viel mehr Zuschauer da, als 1200. Da hat die gute Autorin wohl eine Null vergessen! Wenn in der Riesenhalle nur 1200 Zuschauer gewesen wären, wäre die riesige Halle verdammt leer gewesen.


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Antwort #5
Also auf dem M&G Bild sieht er ja echt süß aus! Einfach so normal und privat. Wen noch jemand so schöne M&G Bilder hat, dann postet die doch hier bitte mal.

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Antwort #6
Zitat
Also auf dem M&G Bild sieht er ja echt süß aus! Einfach so normal und privat. Wen noch jemand so schöne M&G Bilder hat, dann postet die doch hier bitte mal.


 *zustimmendnickt*  über weitere Bilder wüde ich mich auch freuen :bindafür:

 
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