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Thema: taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray (1583-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Hi, Just_Me & Co.,

hier könnt Ihr Euch wieder eine Runde aufregen:

Zitat
taz[/url]"]
[size=0px]David Bowie ist jetzt Dorian Gray[/size]
Zwei Popstars werben neuerdings: Robbie Williams für Autos, David Bowie für Mineralwasser. Der eine ist lustig, der andere tragisch.

Reich sein ist ein hartes Brot. Es bedeutet, sich kümmern zu müssen. Um die vielen Reichtümer. Das kostet Geld. In Europa, vor allem im zugigen Großbritannien, fließt die Kohle in die Heizkosten für die Landsitze, und im hitzigen Kalifornien sind die Feuer-Versicherungen so dermaßen angestiegen, dass man schon mal eine Platte mehr verkaufen muss, um das dolle Leben im Fluss zu halten.

Damit zwei unser liebsten Stars nicht irgendwann im Zelt enden, kann man sie nun im Kino sehen. David Bowie wirbt für Mineralwasser, Robbie Williams für ein Auto. Beiden Spots ist gemein, dass die Heroen jemanden darstellen, den sie gut kennen: sich selbst.

Williams wirft einem jungen Kerl ein paar Münzen in die Mütze, der seinen Song "Feel" völlig falsch auf der Straße darbietet, korrigiert den Text und beglückwünscht ihn zu seinem Wagen. Bowie hat in der Gegenwart nicht so viel vorzuzeigen, weshalb die Werbestrategen auf jene Figuren zurückgreifen, die Bowie höchstselbst erschaffen hat, noch bevor er das war, was Robbie heute ist, ein Superstar: Ziggy Stardust, Thin White Duke, Aladdin Sane.

Williams Auto-Werbung erzählt eine originelle Geschichte und ist von sprühender Selbstironie. Auch Bowie reißt es zu einem Augenzwinkern - es geht aber nicht um den Plot, sondern um die Tragik der Bowieschen Figur, die in dem direkten Vergleich so überdeutlich wird.

Wärend der Williams-Spot in der Jetztzeit spielt und sich mit dem gegenwärtigen Ruhm befasst, bleibt Bowie nur der Blick zurück. Und dieser kurze Blick, der dem Zuschauer in Bowies Vergangenheit gewährt wird, erinnert an diese fantasievolle Gestalt von einst. Jemand, der mit seiner Sexualität und seiner Identität spielte, der Zwischenwesen schuf und musikalisch eine Epoche prägte.

Das ist mehr, als man Robbie Williams zu seinem 56. Geburtstag wird nachsagen können. Und dennoch mutet die immer noch attraktive, aber starre Fratze Bowies wie die Dorian Grays an. Bowie schaut zurück auf sein wechselndes Alter Ego, sieht den kraftvollen, wilden Rebellen, der er einst war, den ruhigen Aladdin Sane. Es ist der Blick eines Mannes, von dem nur noch die Hülle übrig ist. Gut ausgeleuchtet, aber keine wirkliche Person. David Bowie als Musiker? Seine letzte Platte hat sich nicht besonders verkauft. Seine aktuelle Tour ist bei den Kritikern durchgefallen. Stilistische Maßstäbe setzt er schon lange nicht mehr.

Der Spot ist unterhaltsam, und das Geld sei ihm gegönnt. Das französische Wasser sollte man aber lieber nicht trinken. Wäre es wirklich so toll, hätte Bowie die Schönheitsoperation nicht nötig gehabt.

taz Nr. 7212 vom 19.11.2003, Seite 14, 94 Zeilen (Kommentar), silke burmester


Keep swinging

* beate *

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #1
:grosseaugen:
Oh Bitte!
Ich wusste doch, ich habe was vermisst!
Die lästerliche TAZ.
Ach Gott, ach Gott...bitte nicht wieder das Thema: Ist Bowie geliftet?
Ach Gott, ist das blöd!
 :grosseaugen:
Gruß
Donizetti
 :-D

Re: Ach Gott, ach Gott...bitte nicht wieder das Thema ...

Antwort #2
Wusst ich doch, dasses Euch "freuen" würde ...

 :-D  :-D
* beate *

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #3
Ich enthalte mich jeden Kommentars. Bin viel zu müde dazu!

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #4
das klingt als sei da jemand neidisch.... :D

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #5
Der WErbespot mit Robbie Williams ist aber wirklich sehr gut gemacht. Das muss man einfach neidlos anerkennen.

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #6
Das stimmt ja alles, was ihr sagt. Was mich aber trotzdem nervt ist, dass Bo in dem Artikel als tragische Figur bezeichnet wird. Das ist er nun wirklich nicht. Selten war er authentischer als heute!

odivan

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #7
AUA!

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #8
Ich hab mich lustigerweise vor kurzem noch wegen des Films "Liga der außergewöhnlichen Gentleman" mal mit Dorian Gray beschäftigt und den Roman gelesen. Also der Vergleich hinkt aber sowas von gewaltig! Da wollte jemand mit nicht vorhandener Bildung protzen! Dorian verkauft ja seine Seele für äußerliche Schönheit und Erfolg, ist aber ein schlimmer Verbrecher und Mörder. Unser David ist aber so jung geblieben, weil er seine dunklen Seiten akzeptiert hat und nie Angst hatte, sich neu zu erfinden. Ich finde es schon eine Frechheit, die beiden überhaupt zu vergleichen. Die Leute sind einfach vom Älterweden besessen.
So, da musste raus!  :)

Re: eine Frechheit, die beiden überhaupt zu vergleichen

Antwort #9
Zitat
Also der Vergleich hinkt aber sowas von gewaltig! [...]
Ich finde es schon eine Frechheit, die beiden überhaupt zu vergleichen.

Hat er das nicht in Look Back in Anger selbst getan?



Keep swinging

* beate *

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #10
Wie Radio Eriwan so schön sagt....
im Prinzip habe ich gegen den "Vergleich" Dorian Gray und David Bowie nix einzuwenden.
Im Prinzip.
Aber ....!
.... in diesem Artikel wurde er krampfhaft verwendet um das Weltbild dieser komischen Tante zu untermauern. Und irgendwie ist das Geschreibsel gerade der TAZ nicht würdig.
Passt besser in ein Teene-Popper-Magazin.
:kotz:
Zu dem guten, alten Dorian. Bowie wäre wohl die Idealbesetzung für einen Film gewesen und ich habe immer den Verdacht, er hat oder hätte es nicht gemacht, weil er eben gerne mit dem Kerl verglichen wird.
Und dass nun schon seit Jahren!
Gruss
Donizetti
:ill:

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #11
Zitat
Ich hab mich lustigerweise vor kurzem noch wegen des Films "Liga der außergewöhnlichen Gentleman" mal mit Dorian Gray beschäftigt und den Roman gelesen. Also der Vergleich hinkt aber sowas von gewaltig! Da wollte jemand mit nicht vorhandener Bildung protzen! Dorian verkauft ja seine Seele für äußerliche Schönheit und Erfolg, ist aber ein schlimmer Verbrecher und Mörder. Unser David ist aber so jung geblieben, weil er seine dunklen Seiten akzeptiert hat und nie Angst hatte, sich neu zu erfinden. Ich finde es schon eine Frechheit, die beiden überhaupt zu vergleichen. Die Leute sind einfach vom Älterweden besessen.
So, da musste raus!  :)


Ich glaube der Vergleich basiert hauptsächlich auf dieser alt-sieht immer-noch-jung-aus Sache. Mehr Parallelen kann ich da zwischen Bowie und dem Gray nämlich auch nicht sehen. Wäre ja auch schlimm wenn.
Auch wenn Bowie sich selbst mit Dorian Gray verglaicht will ich doch hoffen das er weiß wie es mit dem geendet hat.

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #12
Ich war auch immer der Meinung, dass Bowie die Idealbesetzung für diese Rolle gewesen wäre. Ich hätte ihn zumindest gerne mal als Dorian gesehen, denn dieser wird ja als sooooo gutaussehend und charmant beschrieben und da kenne ich nun mal nur einen, der das für mich in dem Maße bietet.
Neulich habe ich allerdings auch zu einem Freund gesagt (natürlich mit einem Augenzwinkern): "Er sieht für 56 noch so gut aus, dass ich langsam den Verdacht habe, er hat irgendwo ein Portrait von sich, da an seiner statt altert. Er muss doch irgendeinen diabolischen Pakt geschlossen haben." Trockener Kommentar von meinem Bekannten: "Kann man nur hoffen, dass der Vertrag noch lange läuft"  :lol:

Zu dem TAZ-Artikel:  :abgelehnt: Billiger Krampf!

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #13
:evil: pöh, wer ist denn bitte silke burmester?

taz 19.11.: David Bowie ist jetzt Dorian Gray

Antwort #14
Paige schrieb:
"Also der Vergleich hinkt aber sowas von gewaltig! Da wollte jemand mit nicht vorhandener Bildung protzen! Dorian verkauft ja seine Seele für äußerliche Schönheit und Erfolg, ist aber ein schlimmer Verbrecher und Mörder. Unser David ist aber so jung geblieben, weil er seine dunklen Seiten akzeptiert hat und nie Angst hatte, sich neu zu erfinden. Ich finde es schon eine Frechheit, die beiden überhaupt zu vergleichen. Die Leute sind einfach vom Älterwerden besessen."

Gut, der Vergleich erscheint manchen weithergeholt. Andererseits ist David
jemand, der wie Dorian Ästhet ist, sich also um Stil und Schönheit bemüht,
ganz zu schweigen eine gewisse diabolische Ausstrahlung, ergo das Eindeutig-Zweideutige, verrät.

 
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