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Thema: Die Renaissance der schwarzen Scheiben (638-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Die Renaissance der schwarzen Scheiben...
...das hab ich schon immer gesagt...


für Woolf20

Sie ist sensibel, gilt als unpraktisch und war totgesagt: die Schallplatte. Nun aber erleben Vinyl-Tonträger eine ungeahnte Renaissance. Nach dem Tiefpunkt Mitte der 90er Jahre verdoppelten sich die Verkaufszahlen auf über eine Million.

Gegenüber dem Auflegen einer CD hat das einer LP nahezu zeremoniellen Charakter. Respektvoll legt der Vinylist seinen staub-befreiten Schatz auf den Plattenteller, schwenkt den Tonarm über das rotierende Klanggut und lässt ihn in die Rille sinken. Schon das Eingangsknistern gilt ihm als verzückendes Präludium. Erfüllt erst warmer Analog-Klang den Raum, ist das Glück perfekt.

"In den letzten zwei Jahren stieg die Nachfrage spürbar", sagt Jürgen Krause, der in Essen den auf LPs spezialisierten Rock Store betreibt. Einige Sammler verkauften inzwischen ihre CDs , um auf Vinyl umzustellen - eine Umkehrung des Trends aus den 90ern, als Hifi-Freaks reihenweise ihre Plattenspieler verschrotteten.

Das hatte die Pallas GmbH auch mit ihren Plattenpressen vor. Heute ist Geschäftsführer Holger Neumann froh, "sie nur eingemottet zu haben". Als einer von drei deutschen Anbietern produzieren die Niedersachsen derzeit drei Millionen LPs im Jahr. Mit 1,20 Euro pro Stück kostet die Produktion drei Mal so viel die einer CD.

Vor über 70 Jahren, am 17. September 1921 stellte die Firma RCA in New York die erste Schallplatte vor, die sich nur 33 1/3 mal pro Minute drehte. Mit der Erfindung der CD begann 1982 der Niedergang der schwarzen Scheibe. Zwischen 1995 und 1997 gingen nur noch 400 000 Exemplare pro Jahr über den Tisch. 2004 waren es wieder über eine Million.

Parallel gewann auch der Verkauf von Plattenspielern erneut an Fahrt. 2003 stieg der Absatz auf 82 000 Stück - gegenüber dem Vorjahr ein Plus von fast 9 Prozent. 2004 waren es 84 000 Exemplare. Für den Schweizer Hersteller Thorens Grund genug, um nach dem Ausstieg im Jahr 2000 die Produktion wieder aufzunehmen.

"Nostalgie ist wohl dabei", meint Werner Pawlak vom gleichnamigen Essener Hifi-Geschäft, "doch was zählt, ist die Qualität ." Um mit digitaler Technik den Klang eines guten Plattenspielers zu erreichen, müsse man das zehnfache anlegen. Die analoge Technik habe in den letzten Jahren einen Sprung gemacht, schon ab 200 Euro gebe es einfache Spieler.

Mittlerweile steuern selbst die Major-Labels um, die einst die CD-Wende forcierten. BMG-Produktmanager Hans Peter Bushoff: "Wir bringen einige Neuheiten wieder als LP heraus und lassen aus dem Katalog Vinyl-Editionen fertigen." Gut laufe das. Doch samt Auslandsimporten schätzt er den Marktanteil von Vinyl auf maximal zwei Prozent. Bushoff: "Ein Nischenprodukt." Wichtig genug aber, dass Ketten wie Saturn oder WOM wieder LP-Ecken einrichten. Sogar der Printmarkt reagiert auf die Renaissance der CD. Im Duisburger Michael E. Brieden Verlag erscheint seit Dezember die Zeitschrift "LP - Magazin für analoges Hifi & Vinyl-Kultur". Erstes Titelthema: "Warum die CD versagt."

gko

Re: Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #1
Zitat
... und lässt ihn in die Rille sinken....

tztztz...

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #2
Ich habs doch gewusst  :-D

Wär ja toll wenn man in so einen Laden wie Saturn gehen könnte und dort eine LP kauft.

Re: Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #3
Zitat

tztztz...

An was du gleich wieder denkst... - selber tztztz

Schöner Bericht übrigens. Der gibt einem doch Hoffnung :D .
Und Werner Reinke (wer ihn nicht kennt, der beste Radiomoderator überhaupt, wie ich finde, bei HR3) machts vor: Ich bin Werner Reinke und ich spiele Schallplatten.

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #4
Jaja auch ich dachte bis vor einigen Wochen, ich würde in meinem Leben ohne Schallplatten auskommen, doch da hatte ich mich geschnitten.
 Station to Station ist auf Vinyl ja fast noch schöner, zumal meine Live CD-Version manchmal springt..

Dann habe ich doch gerade in dieser Woche einen schönen Plattenladen in GÖ gefunden, der auch glatt ein bisschen was von Bo zu bieten hatte..

Das war dann zwar sehr gut für meine Laune, allerdings schlecht für meinen Geldbeutel, tja aber man kann halt nicht alles auf einmal haben...  :wink:

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #5
Zitat
Ich habs doch gewusst  :-D

Wär ja toll wenn man in so einen Laden wie Saturn gehen könnte und dort eine LP kauft.


Ich kann mich noch erinnern, als es imMedia Markt noch eine klitzekleine Ecke gab, wo noch einige Vinyl-Scheiben darauf warteten doch noch gekauft zu werden..
Damals habe ich das belächelt, heute gibt es diese Ecke leider nicht mehr. Die ist einer dieser wöchigen Umbauaktionen zum Opfer gefallen..

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #6
In Kreuzberg gibt es es noch einige kleine Plattenläden, die sich auf
 Vinyl spezialisiert haben - Bergmannstrasse, eine Meile mit Trödelläden
 und Second-Hand-Shops... oder in der Yorckstrasse - hier findet man
 einige Bo- Sachen und oft schöne Boots ...
 Auf dem Flohmarkt am 17.Juni (Sa & So) gibts es auch ein paar Stände mit
 interessanten Sachen - z.T. auch recht preiswert...

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #7
jaja... und gerade hab ich auch wieder angefangen, alte Vinyls zu hören... (habe ja auch etwa... 400 Stück bei mir auf dem Fußbaoden stehen...)

gruß,Z

Die Renaissance der schwarzen Scheiben

Antwort #8
Ich hab auch einen kleinen Plattenladen in meiner Nähe. Ist immer ganz schöne wenn man da mal wieder vorbeischaut. Von Bowie hat er zwar gar nichts (hab ich schon alles aufgekauft) aber es gibt ja auch noch andere Sachen. Der hat allerdings so weit ich weiß nichts neues was auf Vinyl erschienen ist.

 
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