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Tomorrow belongs to those who can hear it coming
Thema: Ghinzu (415-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Ghinzu

Keiner kann sagen, er wäre nicht gewarnt worden. Man muß nur das Jewel Case zur zweiten Ghinzu-Platte "Blow" aufmachen und dann steht da groß ... Ach, weißt Du was? Das erzählen wir Dir erst am Ende, okay? Blättern wir lieber mal rein ins Booklet. Da gibt's nämlich Männer aus Belgien, die aussehen, als kämen sie gerade von einer Busreise zum Mainzer Rosenmontagsumzug zurück. "Pulp Fiction"-Anzüge, Bier in der Hand, Fluppe im Mundwinkel, Pornobrille im Gesicht, Mars-Volta-Perücke auf dem Kopf. Sie gelten gemeinhin als verrückteste Band in ihrem Land, und selbst wenn das nicht stimmen sollte, würde es ja schon was heißen. Und während wir hier so plaudern, hebt hinter uns schon das erste Lied ab.

"Blow" ist eine Platte, die in ihren besten Momenten einfach nicht zum Aushalten ist. Müßten wir das jetzt irgendwie katalogisieren, würden wir wohl Noise-Pop dazu sagen, obwohl es eigentlich weder Noise noch Pop ist. Aber gibt es einen Katalog, in dem man irgendwas unter "rasender, rauschhafter, notgeiler Piano-Man-Soul-Rock mit Hardcore (im Sinn von Porno, nicht von Musik)" einordnen kann? Nicht zum Aushalten, da waren wir. Und gedacht haben wir dabei zum Beispiel an das Instrumental "21st century crooners", das auf seinem Fluchtweg in den Wahnsinn über ein Klavier wegrennt. Oder gleich den namensgebenden Album-Opener, der sinnvolle neun Minuten lang und Hymne mit selbst zugefügtem Genickbruch ist. Was uns nicht umbringt ...

Noch eine tolle Eigenschaft von "Blow": Es ist eine Platte, die in unterschiedlichen Hörsituationen auch völlig unterschiedlich klingt. In der Badewanne hat uns die gehetzte Brutalität von "Do you read me?" noch völlig kalt gelassen. Später im Auto wollten wir dann Mütter mit Kindern überfahren oder wenigstens mal einen Frauenparkplatz zuparken. Die Broken-Crooner-Ballade "Jet sex" hingegen haben wir mal in geselliger Runde aufgelegt und wurden vor die Tür gesetzt. Auf dem Heimweg hat sie uns dann im Vorhaben bestärkt, nach neuen Freunden zu suchen. Und so weiter. Sagen wollen wir Dir eigentlich nur: Mit "Blow" kann Dir alles passieren. Jederzeit. An jedem Ort.

Müßig zu erwähnen dabei: Hinter all diesen Gitarren mit wirklich dicken Hosen, dem schwerlich grollenden Fuzz-Baß und unendlich zickigen Synthie-Sounds (to name a few) steckt natürlich meistens genau so viel System, wie es braucht, um neben der Spur nicht seine Fährte zu verlieren. Hätte "'Til you faint" zwei Köpfe, würde einer davon ein Goldzahngrinsen grinsen, während der andere immerzu "Making love to you" brüllt. Und wäre "Horse" ein Pferd, dann mindestens Fury, so schwarz ist das und so sehr funkelt es. Nur, daß Du mal eine ungefähre Vorstellung von dieser fürwahr mysteriösen Platte kriegst.

Aber richtig, wir wollten noch verraten, was nun auf dem Booklet-Rücken steht: "This album contains some serious Voodoo material, some dark Feng-Shui-sounds and also a very dirty spell against piracy." Wollen mal hoffen, daß Du Soulseek noch nicht angeworfen hattest.

http://www.ghinzu.com/index/index.asp

j.


j.

Ghinzu

Antwort #1
oh ja, die Snippets auf der Seite klingen nicht schlecht...


gruß, Z


Ghinzu

Antwort #3
Zitat
oh ja, die Snippets auf der Seite klingen nicht schlecht...


gruß, Z


magst noch was? hab alles!

j.

Ghinzu

Antwort #4
gern  8)

gruß,Z


 
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