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Thema: Rant: Was am Internet nervt.  (647-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema
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Rant: Was am Internet nervt.

Heute: aktuelles "Webdesign":

Es gibt das Internet.
Und es gibt den Fortschritt.
Meist gingen Fortschritt und Internet harmonisch Hand in Hand...
Doch dass nicht jeder Fortschritt eine gute Entwicklung ist, weiß man seit der Einbettung von nicht abschaltbaren, dicken Musikfiles bei Geocities-Seiten und vor allem seit der Flash-Invasion Anfang des Jahrtausends. 

Momentan nerven mich zwei Entwicklungen:


1.
Die Video-isierung. Kaum macht man eine News-Seite auf, plärrt auch schon ein Video ungefragt los. Oft sind sie auch noch sehr nichtssagend. Bei meinem alten Rechner liefen die meist nicht aus technischen Gründen, aber brachten manchmal die Seite zum Einfrieren. Beim neuen laufen sie (früher hatte ich flashblock, aber was nimmt man, seit die meisten Videos ohne Flash laufen?).
Doch unabhängig davon, ob sie laufen oder ich sie bremsen kann, nervt es, weil es oft inhaltloses Clickbait ist. Denn, wo das Video früher nur Bonus zu einem längeren Artikel war, fehlt inzwischen oft der (längere) Artikel ganz und gar und die Nachricht beschränkt sich auf ein meist wenigminütiges Video. Das ist was für Analphabeten.
Einen – auch längeren – Text hat man oft in wenigen Sekunden querlesend überflogen, um zu entscheiden, ob sich ein weiteres Befassen damit lohnt, während ein Video immer ein Zeitdieb ist. Manchmal kommt auch noch Werbung vor dem eigentlichen Video!
 - klick weg!


2.
Die Tendenz, Webseiten für Mobilgeräte zu optimieren, ohne eine Alternative für Großmonitore und Mausnutzer am Heimrechner bereitzustellen. Und das auf Kosten von Manövrierbarkeit, Optik und Inhalt.
Denn diese für Mobilnutzer angeblich so praktischen Webseiten haben große Nachteile:
- Sie enthalten weniger Information, schon aus Platzmangel.
- Sie sehen alle gleich und gleichscheiße aus (der Gott des kreativen Webdesigns weint bitterlich :'( )
- Sie sind unübersichtlich, oft ist nur ein Minimalmenü vorhanden.
- Die Navigation ist scheiße, denn wenn der direkte Link im mehrspaltigen Menüsystem durch Scrollen ersetzt wird, muss man manchmal EWIG scrollen, um zum Ziel zu kommen. Oder man lässt es eben  - goodbye.
Ich stelle fest, dass ich bei Webseiten viel kürzer verweile, wenn sie dieses langweilige Flächenlandesign haben.
Übrigens mag ich diese Art Seiten auch nicht, wenn ich mobil surfe – vor allem, weil da ständig etwas nachläd, auch ungefragt. Und das ewige Gescrolle macht mir auch am Handy keine Freude.

Meine Vermutung ist, dieses Antidesign wird derzeit nicht nur deshalb so massiv eingesetzt, weil es als der letzte Schrei gilt, sondern weil es billig ist. Es spart Webdesign und Inhalt.


Beispiel (nicht das beste, aber uns allen vertraut):
News — David Bowie
Sucht mal News vom vorletzten Jahr.....!
ups...  scroll...scroll... es endet bei März 2017...und dann kommt Blindtext.
Schade.  (Relaunch der Seite war 2013).
Aber, selbst wenn wir weiterscrollen könnten bis zum St. Nimmerleinstag, wär das nervig.
Ich vermisse ein Menü nach Datum (gab es im alten Design)

Die Funktion von Webseiten ändert sich offenbar:
Vom fest gemauerten Archiv mit Vollständigkeitsanspruch und Registratur zum schwankenden Floß im Fluss der Zeit.
Ich weiß nicht, ob mir das gefällt.
Ich hab auch noch nicht versucht, so eine wabernde Mobilseite mit HTTRACK abzusaugen.
Und wenn man die Scripte abschaltet, gehen die auch nicht mehr richtig.


Warum ich das hier schreibe?
Vielleicht muss man es nur mal aussprechen.
Und vielleicht überlebt es sich irgendwann wie sich auch Flash überlebt hat.


Mit diesem Rant ist, wohlgemerkt, nicht eine Optimierung wie bei davidbowie.de gemeint  - hier ist es gelungen: Die Seite funktioniert sehr gut für mobil UND Großmonitor! Und das Archiv ist existent und voll zugänglich.
So muss das sein (Danke, Reinhold! :D). 
 

Gruß, Z  8)

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #1
Da sprichst Du mir aus der Seele Zicky! Genau diese Dinge nerven mich auch seit einiger Zeit. Über das Design von Webseiten hatten wir uns ja neulich erst unterhalten. Der Trend zum Mobildesign als Standard ist mir vor längerer Zeit zum ersten Mal bei der Bahn aufgefallen, als die Webseite plötzlich so aussah:


Zwar muss man hier zum Glück nicht endlos scrollen, aber die breiten grauen Streifen sehen auf meinem Monitor einfach bescheiden aus und sind zudem völlig nutzlos. Was für eine Verschwendung! Bei traditionellem Design hätte man in den Randspalten nützliche Links unterbringen können.

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #2
Genau!
Die Bahnseite ist ein gutes Beispiel.
Wenig Inhalt, kaum Links, nur Scroll-Pfeile, breites Pfannkuchendesign.
Sieht kacke aus auf dem heimischen Großrechner.
 
Viele Leute kaufen zwar auch gern unterwegs mobil Tickets  -  aber dafür gibt es inzwischen eine eigene App (Navigator), die dafür sowieso besser geeignet sein soll! (hab's noch nicht benutzt).
Insofern sollte die Webseite also auch eine Homecomputer-Version bereithalten!


Gruß, Z




Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #3
Heute im Internet gefunden:

"Papa, wie funktioniert eigentlich das Internet?"


"Also, du stellst eine Frage, dann bekommst du eine falsche Antwort auf eine ganz andere Frage. Dann wird viel gestritten und deine Mama wird beleidigt. Im Hintergrund laufen Katzenvideos. Irgendeiner schreit Hitler."

Reinhold

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #4
aktuell bringt mich gerade dieses Webdesign mit ungefragt animierten, riesigen Header-Bildern zur Weißglut.
Man klickt eine Seite an, und da ist ein großes Bild. Und flutsch!  - ist das große Bild nach links weggeflutscht, während von rechts ein anderes großes Bild hereingeflutscht kommt.
Kann man auch nicht bremsen.
Irgendwie überfordert das meine Augen und Nerven.
Manche Leute kriegen davon sicherlich epileptische Anfälle (sagt das Bo).
Ich scrolle solche Seiten ganz schnell nach unten, um dem flutschigen Header zu entgehen.
Aber, es nervt.
Und es sieht weder gut aus, noch ist es praktisch.
Man kann die Fotos auch nicht stoppen. Manchmal steht auch noch Text dabei ... - fluutsch! Weg ist er.
Muss man warten, bis er wieder vorbeiflutscht.
Oder, wenn man Glück hat, gibt es ein beinahe unsichtbares, nur aus Punkten bestehendes Navigationssystem.
Damit kann man aber nur zwischen den Bildern hin und herflutschen.
Zum Stoppen kriegt man das damit nicht.
Und es ist auch überhaupt nicht originell, weil inzwischen fast jede 2. Webseite dieses "Design" nutzt.
Hässlich, unpraktisch, unorignell. Nervend! >:(

Gruß, Z

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #5
@zicky_dustbin Volle Zustimmung! Irgendwie habe ich überhaupt den Eindruck, dass seit einiger Zeit manche Webseiten immer hässlicher und unpraktischer werden. Was ich auch überhaupt nicht mag sind Seiten, bei denen ständig neue Inhalte nachladen. Da scrollt man sich echt nen Wolf und kommt nie ans Ende.

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #6
Ich gebe euch prinzipiell recht, aber zeigt mir doch mal ein paar schlimme Beispiele. Alles was ich so regelmäßig ansurfe ist von der Unsitte zum Glück verschont.

Antw.: Rant: Was am Internet nervt.

Antwort #7
Seit einiger Zeit war ich genervt vom  neuen "webp"-Format.

--> Weil mein Rechner es nicht lesen konnte. >:D
KEINES meiner Programme konnte mit den Files etwas anfangen.
Mir blieb dann oft nur der Screenshot vom Browser.

Aber nun gibt es Abhilfe :)
Habe bei CHIP dieses kleine Programm entdeckt.
WebP-Codec für Windows - Download - CHIP

Damit kann ich Bilder ansehen und somit auch konvertieren....    8)


Was mich ansonsten am Web nervt?
Neben den hässlichen Mobilwebseiten ohne Design vor allem die znehmende Zensur und dass Google immer dööfer wird, weil es
sich als klüger als der User hält und somit bei Suchen Dingen anzeigt, die man nicht sucht.  Bei Amazon hält das auch schon Einzug.
 

Gruß, Z


 
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